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Der schwarze Bolle auf dem Jungfernbachstege bei Ankershagen

Über die sogenannte Jungfernbeck, einem kleinen Bach, der bei Ankershagen in den Mühlensee mündet, führte ehedem, als sie noch wasserreicher war, ein Steg.
Auf diesem Stege war es zur Mitternachtsstunde nicht richtig, denn dann lag da ein großer schwarzer Bolle, der jedem, der des Weges kam, den Paß streitig machte, so dass man umkehren, einen Umweg machen oder durch den Bach waten musste. Hiervon hörte auch ein Zimmergeselle, der einmal in jener Gegend arbeitete. Er war einer von denen, die selbst den Teufel nicht fürchten, und darum fürchtete er sich auch nicht vor diesem Spuk.

So begab es sich denn, dass er einst spät abends diese Straße wandern musste. Er hatte aber sein gesamtes Zimmergerät in einem Bündel bei sich. Als er nun zu der berüchtigten Stelle kam, war es gerade Mitternachtsstunde, und richtig lag auch das Ungetüm auf dem Stege, ihm trotzig den Weg versperrend. Umkehren konnte unser Geselle nicht, denn er musste heim, und durch den Bach wollte er auch nicht waten; so machte er den Anstalt, sich freie Bahn zu verschaffen. Ohne Zaudern legte er sein Bündel auf die Erde und langte sich aus demselben Grund seine große Zimmeraxt. Mit dieser machte er sich an den Schwarzen und bearbeitete ihm aus Leibeskräften sein dickes Fell, indem er zu den Hieben immer „Eins! Zwei!“ ausrief.

Eine Zeitlang schien das seltsame Tier die dröhnenden Schläge gar nicht zu beachten, endlich aber erhob es sich doch brummend und verschwand unter einem Knall, als ob Bäume der Ankershägener Heide zusammenbrächen, und mit Worten: „`tis dien Glück, dat du man, Een! Twee!`seggt hest. Du, harst man bett Dree tell`n söllt, denn har`k di wat annes wiesen wollt.“
Dem Gesellen widerfuhr nichts Arges; er konnte in Frieden seine Straße ziehen und nach ihm hier auch jeder andere zu jeder Zeit: denn der Bolle ließ sich nicht wieder blicken. „Es ist dein Glück, dass du nur, Eins! Zwei!` gesagt hast. Du hättest nur bis drei zählen sollen, dann hätte ich dir etwas anderes zeigen wollen.“

Alte Leute berichten, am Jungfernbachstege soll es nicht geheuer sein. Die Pferde scheuten und brachen durch! Es kam aber auch vor, dass Zugtiere nicht zu bewegen waren, die Stelle zu passieren, und in diesem Falle mussten die Fuhrleute große Umwege in kauf nehmen, um nach Ankershagen zu gelangen. Obwohl man nichts sah, hörte oder roch, merkten die Tiere wohl, dass es an diesem Ort nicht geheuer war.
Berichtet wird auch, dass vornehmlich bei Dunkelheit die Pferde scheuten oder durchgingen, weil sie durch schreckliche Geräusche, wie lautes Katzenschreien, und unheimlich funkelnde Augen, erschreckt wurden. Es soll aber auch schon passiert sein, dass ein Pferd seinen Reiter gänzlich abwarf und nicht mehr zu halten war, so dass der Betroffene den Weg nach Ankershagen zu zurücklegen musste. Ein andermal wiederum ging alles ganz friedlich zu.

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