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09.12.2015

Ärzte-Notstand in Penzlin: Hilfe ist in Sicht

Durch die Erkrankung eines Hausarztes verschlechterte sich die medizinische Versorgung in Penzlin deutlich. Nun gibt es Hoffnung, dass bald eine neue Praxis eröffnet wird.

Penzlin. Für die dringend benötige Neubesetzung einer Hausarzt-Stelle in Penzlin deutet sich eine Lösung an. Die Praxis eines erkrankten Mediziners könnte im kommenden Jahr durch eine Kollegin übernommen werden. „Es gibt eine Interessentin für die Praxisübernahme“, bestätigte eine Sprecherin der kassenärztlichen Vereinigung (KV) gegenüber dem Nordkurier. Eine Neueröffnung sei im Frühjahr 2016 möglich.
Mit weiteren Details zur geplanten Praxisübernahme hielt sich die KV-Sprecherin aufgrund der laufenden Verhandlungen noch zurück. Es müssten aber noch Umbauten und andere organisatorische Dinge geklärt werden. Außerdem müsse der Zulassungsausschuss aus Ärzten und Krankenkassen der Übernahme noch zustimmen. In der Übergangsphase soll die hausärztliche Betreuung in Penzlin wie bisher über einen Vertretungsarzt mit abgedeckt werden. Die medizinische Versorgung in der Kleinstadt hatte sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert, weil ein niedergelassener Allgemeinmediziner aus gesundheitlichen Gründen den Betrieb seiner Praxis aufgeben musste.
Ein Hausarzt im Ruhestand aus Neubrandenburg bot in den Räumen daraufhin zumindest noch eine Notsprechstunde an. Dieses Angebot wird der Allgemeinmediziner Jörg Tiedemann übergangsweise weiterführen. Er werde maximal drei Mal in der Woche eine Sprechstunde abhalten, sagte Tiedemann. Ein weiterer Hausarzt ist nach Einschätzung von Bürgermeister Sven Flechner in Penzlin dringend notwendig. In der Stadt mit ihren Ortsteilen leben derzeit rund 4000 Menschen, darunter viele Ältere. Auch die Bewohner aus den umliegenden Ortschaften suchten bei gesundheitlichen Problemen medizinische Hilfe in Penzlin. Die Arztsuche gestalte sich aber immer schwieriger. Die beiden Mediziner einer Gemeinschaftspraxis nehmen nach Aussage mehrerer Einwohner keine neue Patienten mehr auf. Die Betroffenen müssen sich in Neubrandenburg, Waren oder Neustrelitz in ärztliche Behandlung begeben. „Hier ist ja sonst weit und breit nichts“, sagte der Bürgermeister.
Die beste Variante für die Patienten ist aus Flechners Sicht, wenn ein neuer Arzt dauerhaft in der Stadt praktizieren würde. „Das ist die Lieblingslösung.“ Davon geht auch der Mediziner Jörg Tiedemann aus. Die aktuelle Situation sei dramatisch für Patienten. „Die Stadt benötigt einen weiteren niedergelassenen Hausarzt“, betont der 74-Jährige. Er hoffe, dass sich die für eine Praxisvergabe zuständigen Gremien und die Bewerberin einig würden. Sein Engagement sei nur eine Übergangslösung. Eine andere Option wäre laut Bürgermeister, in Penzlin ein medizinisches Versorgungszentrum einzurichten, mit der Stadt als Eigentümer und Betreiber. „Die Ärzte wären dann Angestellte“, erklärt Flechner. Der Gedanke dahinter: Mit dem Ärztehaus könnte man junge Mediziner locken, die sich die Investition in eine neue Praxis nicht leisten können oder sich noch nicht dauerhaft festlegen wollen.

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09.12.2015 
Quelle: Nordkurier 

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