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30.01.2017

„Julitz‘ Jungs“: In dieser Riege gibt sie den Ton an

Nadine Julitz ist um ein Amt reicher. Die 26-jährige Warenerin hat den Kreisvorsitz der SPD in der Seenplatte übernommen. Das Votum der Genossen beim Parteitag in Penzlin fiel ziemlich eindeutig aus. Zu den ersten Gratulantinnen zählte ein prominenter Gast aus Berlin.

Penzlin. Einer geht noch: Die Landtagsabgeordnete, Stadtvertreterin, stellvertretende Stadtpräsidentin, Ausschuss-Vorsitzende und Beisitzerin im Awo-Vorstand, Nadine Julitz aus Waren, ist am Sonnabend in Penzlin zur neuen Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Seenplatte gewählt worden – mit ziemlich deutlichem Ergebnis. Für die einzige Bewerberin votierten 37 der 44 anwesenden Genossen mit Ja. Dazu gab es vier Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen und eine ungültige Abgabe. Damit tritt die 26-Jährige die Nachfolge des nach zehn Jahren freiwillig aus dem Amt scheidenden Michael Stieber an – und ist nach eigener Aussage bereit, „loszupowern”.
Das wird Nadine Julitz im größten Landkreis Deutschlands zukünftig mit einem teils verjüngten und neu zusammengestellten Vorstandsteam tun. Denn Personal-Wechsel gibt es dieser Tage nicht nur schlagzeilenträchtig bei der Bundes-SPD in Berlin, sondern auch an der Basis in der Seenplatte. Dabei bekommt es die neue Vorsitzende mit einer reinen Männerriege zu tun. Doch mit so viel Testosteron um sie herum habe sie kein Problem, versichert die Nachwuchshoffnung der SPD. „Wer mich kennt, der weiß, dass ich damit umgehen kann, dass ich die Männer im Griff habe”, sagte Nadine Julitz.
Die „Julitz-Jungs” sind: Als Stellvertreter Ike Hagemann (Waren), Andreas Butzki und Ralph Pankow (beide Neustrelitz), Christoph Biallas (Neubrandenburg) als neuer Schatzmeister sowie die Beisitzer Mathias Hoffmann (Malchow), Felix Willer (Neubrandenburg), Dietrich Daedelow (Galenbeck) und Reinhardt Friedrichs (Demmin). „Ich trete in große Fußstapfen, aber ich will es so gut wie möglich machen. Denn auf uns alle warten Aufgaben wie die Vorbereitungen für die nächsten Kommunalwahlen oder die Gewinnung von Mitgliedern”, gab die neue Chefin des etwa 450 Frauen und Männer starken Kreisverbandes die Richtung vor.
Um über die ganz großen Aufgaben zu berichten, hatten sich die Genossen prominenten Besuch aus der Hauptstadt in die Neue Burg nach Penzlin eingeladen: die Bundesfamilienministerin und stellvertretende Bundesvorsitzende Manuela Schwesig. Als Antrittsgeschenk überreichte sie ihrer Partei-Freundin Julitz gleich süße Nervennahrung. Schließlich sei der Job nicht immer vergnügungssteuerpflichtig. Und die Männerrunde um die Frisch-Gewählte rief sie zu kooperativer Mitarbeit auf – quasi zur Gleichberechtigung am lebenden Objekt.
Schwesig nutzte die Gelegenheit, nach einer turbulenten Woche in der Bundes-SPD der Basis die spektakulären Personal-Rochaden Gabriel und Schulz zu erläutern und schaltete unter Applaus schnell in den Wahlkampf-Modus. „Martin Schulz ist der richtige Kandidat für das Kanzleramt. Er kommt aus der Kommunalpolitik und hat außerdem die nötigen Erfahrungen aus Europa.” Nun gelte es, den „Drive” der gewonnenen Landtagswahl ins neue Jahr mitzunehmen. Gleichzeitig schwor die Ministerin die Mitglieder auf eine harte Auseinandersetzung mit der Angst schürenden AfD – ihren Worten nach „eine Partei der Schande für unser Land” – ein.
Auf den „Schulz-Schwung” hofft auch die Bundestagsabgeordnete Jeannine Pflugradt aus Neustrelitz, in deren Wahlkreisbüros sich Nadine Julitz als Mitarbeiterin ihre ersten politischen Sporen verdiente. Allerdings zeigte sich Pflugradt von der Informationspolitik der SPD-Spitze nicht allzu begeistert. Dass man von der Kür des Merkel-Herausforderers nur am Kaffeestand der CDU und aus der Presse erfahren habe, „sei nicht so toll gewesen”.
Mit viel Dank wurde Michael Stieber von seinem Posten verabschiedet. Die Entscheidung, Platz für Jüngere zu machen, sei ihm nicht schwergefallen, wenn er sehe, wer alles nachkomme. Außerdem bleibe er der Partei als SPD-Fraktionsvorsitzender in Neubrandenburg erhalten. Nachfolgerin Nadine Julitz indes sieht sich immer noch vor einem machbaren Arbeitspensum: „Ich bin ohnehin erst dabei, mich überall einzuarbeiten. Und bei dieser Aufgabe konnte ich wirklich nicht Nein sagen.”

30.01.2017 
Quelle: Nordkurier 

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