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16.08.2016

„Unser Mallin gibt’s nur einmal auf der Welt!“

Ortsvorsteher Robert Ernst hat das Auf und Ab seines Ortes hautnah erlebt. Gerade könnte sich wieder etwas Großes tun.

Mallin. Hoffentlich hält das Wetter, denkt er und schaut in den Himmel. Der Raps ist endlich gedroschen. Aber der Weizen steht nun an und dann die Bohnen. Landwirt Robert Ernst hat kaum eine freie Minute, arbeitet oft bis spät in den Abend. Und dann ist er ja auch der Malliner Ortsvorsteher. Die Leute kommen mit ihren Anliegen, wie sie gerade wollen. „Robert, guck dir das mal. Die Ortseinfahrt Passentin, vom Regen ausgespült, das ist doch hundsgefährlich!“ Er hat es aber längst gesehen und beruhigt den Anrufer. „Ist eingeleitet!“, sagt er.
Der Robert ist ein netter und ein kluger, meinen die Leute über ihn. 2012, vor der Eingemeindung nach Penzlin, war er zehn Jahre lang Bürgermeister. Er hat das Auf und Ab von Mallin, zu dem auch Passentin gehört, hautnah erlebt. Heute ist er stolz auf seinen Ort. Die mächtigen, gut verschnittenen Linden säumen die Straße. Es grünt und blüht überall. Häuser mit Vorgärten gibt es wie aus dem Bilderbuch.
„Mallin existiert nur einmal auf der Welt, oder zumindest in Europa“, sagt Robert Ernst und lacht. Der Name erinnert an slawische Zeiten, erstmals erwähnt 1348. „Maly“ heißt klein und „malina“ bedeutet die Himbeere. Himbeeren wachsen inzwischen wohl weniger, aber im wilden Garten vor dem Schloss leuchten üppig die Brombeeren.
1870/71 wurde das Schloss als Herrensitz des Barons von Hauff gebaut. Nach 1945 war es Heimstatt für Wohnungen, Kindergarten, Künstleratelier und Gaststätte. Seit 1991 steht es leer. Ein Sorgenkind? Natürlich, eitel Freude hat es der Gemeinde nicht gemacht. Zu sehen, wie auch nach dem Verkauf an eine Berliner Steuerberatungsgesellschaft, der Verfall weiterging. Und auch als ein neuer Besitzer die Immobilienbühne betrat, tat sich so gut wie nichts. „Es ist wohl eine der schönsten Schlossruinen Mecklenburgs“, schwärmt Ernst. Doch nun existiert ein neuer Hoffnungsstreif am Horizont. Der Ortsvorsteher ist optimistisch, dass nun bald doch etwas in die Gänge kommt. Jedenfalls gebe es ernsthafte Verhandlungen und ein tragfähiges Projekt, meint Ernst, ganz vorsichtig. Und welches? Er lächelt. Über ungelegte Eier möchte er doch vorerst nicht weiter reden.
Robert Ernst ist Optimist. Beim Slawendorf in Passentin ist ja nun auch alles gut gegangen. Es war ein Vorzeigeprojekt. Ein archäologisches Freilichtmuseum, originalgetreu nachgebaut Häuser aus dem achten bis zwölften Jahrhundert, Lehmfachwerke, Wohnhütten und Wirtschaftsgebäude. Die Idee und das Konzept zu diesem Lern- und Erlebnisort stammten von Bildhauerin Dorothee Rätsch, die auch den Aufbau begleitete. Hier sollten Schulklassen und Familien Geschichte leben können – wie im Mittelalter übernachten, Essen selbst zubereiten und Weben, Spinnen, Töpfern, Schnitzen. Schmieden.
So das Konzept. 2000 war das Dorf fertig, an die 40 ABM-Kräfte hatten es fast sechs Jahre lang gebaut. Ab 2004 folgte der Niedergang. Es war frustrierend, das mit ansehen zu müssen. Die Lösung kam 2013. Ein Natur- und Waldkindergarten öffnet jetzt dort täglich seine Pforten. „Trau dich, wild zu sein!“, wirbt er am Palisadenzaun. Drei Familien aus Berlin haben das Gelände gekauft. Ihre Veranstaltungen und Abenteuerspiele zu „Geschichte leben“ sind begehrt. „Und am 1. Oktober wird ein ,Markt der Möglichkeiten’ stattfinden mit schönen Dingen und einem ganztägigen Programm der Künstler der Region“, freut sich Robert Ernst.

16.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

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