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14.06.2017

Ab in die Fluten? Ein Drittel der Schüler können nicht schwimmen!

Für den VfB 93 Penzlin ist es schon so etwas wie eine Pflicht, im Sommer einen Schwimmkurs anzubieten. Eltern und Kinder sind dem Team um Bernd Neuendorf dafür dankbar. Denn Schwimmen zu können, gehört zu den Sicherheiten im Leben.

Penzlin. „Wer nicht schwimmen kann, der darf auch nicht ins Drachenboot steigen”, lautet die klare Ansage von Bernd Neuendorf, Leiter der Regionalen Schule mit Grundschule „Johann Heinrich Voß” in Penzlin. Aber auch andere Aktivitäten bei Schulausflügen, die mit dem nassen Element zu tun haben, sind für diese Schüler tabu. Der Schulleiter schätzt ein, dass ein Drittel der 155 Grundschüler Nichtschwimmer sei. Aber auch im Regionalschulteil, den 134 Mädchen und Jungen besuchen, gebe es vier Nachzügler. Und das sogar in der 8. und 9. Klasse. Ein trauriges Phänomen, das sich im ganzen Land zeige. Das machte kürzlich auch eine Forsa-Umfrage der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft deutlich. Sie zeigte auf, dass jeder zweite Grundschüler kein sicherer Schwimmer sei. Wer das „Seepferdchen” — eine Vorstufe des Schwimmabzeichens — in der Tasche habe, könne sich mal gerade 25 Meter über dem Wasser halten. Hier müsse unbedingt weiteres Training erfolgen.
„Oftmals geben die Eltern an, dass ihre Kinder schwimmen können. Beim Unterricht in der 3. Klasse zeigt sich dann mitunter das Gegenteil”, so der Schulleiter. Penzlin nutze seit drei Jahren dafür die Schwimmhalle in Röbel, die per Bus angefahren wird. „Ab September wollen wir diesen Unterricht für die dann 42 Drittklässler in eine Kompaktwoche legen. Uns kommt zugute, dass es an unserer Einrichtung vier Rettungsschwimmer gibt, die diesen Unterricht gut unterstützen können”, so Bernd Neuendorf. Mehr Unterstützung erhofft er sich in dieser Frage aber auch von den Eltern. Aussagen von Kindern wie „Meine Eltern können nicht schwimmen. Darum brauche ich das auch nicht zu erlernen”, machen ihn fast sprachlos.
Da fühlt er sich als Schulleiter gefordert und auch als langjähriger Vorsitzender des VfB 93 Penzlin, der sich dem Handball verschrieben hat. Denn die Sportler kümmern sich in ihrer Freizeit jedes Jahr in den Sommerferien um Nichtschwimmer und um Jugendliche, die ihre Fertigkeiten beispielsweise beim Rückenschwimmen oder Kraulen vervollständigen möchten. „In diesem Jahr steht für uns der 30. Schwimmkurs an”, sagt Bernd Neuendorf nicht ohne Stolz. Angefangen habe es mal mit der Zielstellung, für den Verein zusätzliche finanzielle Mittel einzuwerben. Inzwischen habe sich dieser Lehrgang schon verselbstständigt, für den es immer 20 bis 30 Anmeldungen gebe. Sowohl Eltern als auch Schüler hätten bereits nachgefragt, wann es denn in diesem Jahr losgehe. „Wir wollen am 24. Juni starten und den Kurs dann immer am Wochenende anbieten. Spielt das Wetter zu diesem Zeitpunkt nicht mit, planen wir den Lehrgang vom 29. Juli bis 5. August ein”, kommt der Vereinsvorsitzende auf terminliche Festlegungen zu sprechen. Erste Anmeldeformulare werden beim Kindergartensport in der Turnhalle verteilt, der ebenfalls vom VfB 93 ausgerichtet wird. Infos gehen aber auch an die Kindertagesstätten in Penzlin und an die Nachbarschule in Möllenhagen.
Der Schwimmkurs findet wieder in Werder am Großen Stadtsee von Penzlin statt. Hier gibt es Schwimmstege, eine Liegewiese und eine Rutsche, auf der die Kinder nach dem Unterricht gern hinuntersausen. „Die Bedingungen sind wirklich gut. Und da wir am Vormittag unser Training absolvieren, kommen wir zumeist anderen Badegästen nicht ins Gehege”, so Bernd Neuendorf.
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14.06.2017 
Quelle: Nordkurier 

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