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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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15.02.2013

Als die Tollenser ihre Wälder verließen

Zum 750. Geburtstag von Penzlin schreiben Einwohner die Stadtgeschichte nieder. Wolfgang Fuhrmann wühlte in Archiven, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Penzlin. Über das Frühstadium mecklenburgischer Städte liegen nur lückenhafte Überlieferungen vor. Der größte Teil der Ratsarchive und Urkunden wurde bei Kriegen und Feuersbrünsten zerstört. Etliche Urkundenfälschungen führten zudem zu widersprüchlichen Datierungen einiger Städte. Gemeinsam jedoch sind den Städten ihre Wurzeln. Mit der Einwanderung slawischer Bevölkerungsgruppen ab dem 7.Jahrhundert kommt es zu einem schnellen Landesausbau.
Die Einwanderung in das Gebiet zwischen Oder und Elbe vollzog sich in verschiedenen Gruppen aus unterschiedlichen Richtungen östlich der Oder. Die eingewanderten slawischen Stammesgruppen trafen zum Teil auf germanische Bevölkerungsteile, die sich dem Zug der Germanen nach dem Westen nicht angeschlossen hatten. Es entstanden die slawischen Hauptstämme der Obodriten, Wilzen und Sorben. Das Gebiet um Penzlin gehörte zum Stamm der Tollenser, dem westlichen Nachbarstamm der Redarier. Die Grenze zwischen den Tollensern und den Redariern ist nicht genau zu bestimmen. Wahrscheinlich wurde diese bei Penzlin wesentlich durch die außergewöhnliche Befestigungslinie in Gestalt der Burgwälle bestimmt. Hier befindet sich von Wolde bis Penzlin eine Fülle von Burgwällen wie an keiner zweiten Stelle in Mecklenburg.
Mit dem Zustrom deutscher Siedler ab dem 13. Jahrhundert. kommt es zu einer Neugliederung der Felder und Wälder und vor allem zur Stadtgründung sowie dem Bau der Burg am Stadtrand. Die Burg Penzlin spielte seit je her eine zentrale Rolle, noch vor der eigentlichen Gründung der Stadt. Unterschieden wird hier die so genannte „Alte Burg“ und die „Neue Burg“. Während sich die „Alte Burg“ innerhalb der Stadtmauer befindet und Mitte bis Ende des 12. Jahrhunderts errichtet wurde, stand die „Neue Burg“ außerhalb davon, getrennt durch einen tiefen Graben. Laut Überlieferung geht dieser Burgwall auf eine slawische Befestigungsanlage aus dem 9./10.Jahrhundert zurück und ist noch heute als Ringwall in Resten sichtbar. Das Vorhandensein dieser Burg war der Auslöser einer Vorstadt, einer so genannten Dienstleistungssiedlung. Ende des 12. Jahrhunderts entwickelte sich vermutlich daraus eine frühdeutsche Kaufmannssiedlung mit einem Markt und einer kleinen Kirche am „Alten Tor“.
Dr. Ulrich Schoknecht berichtet im Heft 24 der Schriftenreihe des Warener Museums- und Geschichtsvereins: „Bei Bauarbeiten in der Turmstraße wurden von mehreren der dort erfassten Hölzer Proben für eine Dendroanalyse entnommen. Im deutschen Archäologischen Institut Berlin wurden unter anderem Daten zu 1228, 1229 und 1230 ermittelt. Ähnliche Holzproben vom Platz des Friedens ergaben die Jahre 1223, 1227 und 1229. Die Funde belegen, dass das Stadtgebiet um diese Zeit bereits bebaut war und möglicherweise auf den Gründungszeitraum Penzlins hinweist.“
Die urkundlich belegte Städtegründung erfolgte am 28. Februar 1263 durch Nikolaus von Werle. Der „civitas" Penzlin wurde darin das Schweriner Stadtrecht verliehen. Diese Urkunde ist ihrer Form nach eine Bestätigungsurkunde für einen angeblich bereits von Heinrich Borwin ausgestellten Stiftungsbrief der Stadt Penzlin.

Von unserem Mitarbeiter
Wolfgang Fuhrmann

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15.02.2013 
Quelle: Nordkurier 

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