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03.12.2016

Alt Rehse: Horrorhaus verkommt zur Müllkippe

Das einst stolze „Haus Rethra“ siecht dahin, so empfinden manche Alt Rehser, wenn sie sich dem Ort nähern, an dem die verweste Leiche von Sarah H. gefunden wurde. Nun, da es leer steht, türmt sich hier jede Menge Unrat. Die Behörde betont ihre Machtlosigkeit. Doch die Rehser sorgen sich auch noch um ein Zwillingspaar.

Passentin/Alt Rehse. Ums „Haus Rethra“ in Alt Rehse kehrt keine Ruhe ein. Nach der Gewissheit, dass Sarah H. wochenlang tot darin lag, die noch dazu auf grausame Weise ums Leben gekommen sein soll, steht das Haus nun leer. Doch die Sorgen bleiben.
Das einstige „Horrorhaus“ verkommt nach Meinung in Alt Rehse immer mehr zur Müllkippe. Nicht nur, dass schon früher alte Möbel und Unrat auf dem privaten Grundstück lagen, nun scheint immer noch jemand etwas dazu zu werfen. Stofffetzen, alte Matratzen, Kissen – alles liegt wild verstreut. „Das kann man doch so nicht hinnehmen, da muss man doch etwas gegen unternehmen können“, hofft Wolfgang Köpp.
Aber die Erwartung des Alt Rehsers könne Bürgermeister Sven Flechner nicht erfüllen, sagt er mit Bedauern. „Ich verstehe die Alt Rehser, aber das ist eine schwierige Situation. Denn uns sind die Hände gebunden, da es sich um ein Privatgrundstück handelt. Da fällt selbst vermeintlicher Müll unters Eigentumsrecht.“ Die amtliche Macht ende an der Grundstücksgrenze.
Es sei denn, dass Seuchengefahr oder etwas ähnliches wie eine Invasion von Ratten droht. „Das wäre dann eine Gefahr für die Allgemeinheit und wir müssten etwas unternehmen“, erklärt der Bürgermeister die Gesetze.
Problematisch sei es auch mit der Straßenreinigungspflicht. Auch da stünde die Kommune vor einem Dilemma. Der in U-Haft sitzende 51-jährige Hausherr muss laut Sven Flechner aus dem Gefängnis heraus jemanden organisieren, der für ihn die Straßenreinigung und dergleichen übernimmt. Ansonsten droht Bußgeld.
Nicht nur , dass das Haus „schlimmer aussieht als vorher“ wie Alt Rehser meinen. Sie sorgen sich um noch etwas: So wollen sie wissen, was aus der großen Figur am Haus – den „Rethra-Zwillingen“ – wird. Jetzt, da das Haus leer steht, könnte diese gestohlen werden. Die doppelköpfige Götzenstatue hatte der Vorbesitzer des Hauses eigens anfertigen lassen, um die Verbindung zwischen Rethra und Alt Rehse deutlich zu machen.
Bei Dorothee Rätsch in Mallin nahe Passentin fand er die Künstlerin, die sich der Rethra-Zwillinge widmete. Doppelt so groß wie die ursprüngliche Figur nach deren Fotos sie die Zwillinge in Eiche geschlagen hat, sind sie geworden. Fast Tür hoch zieren sie nun das „Haus Rethra“.
Die Figur sei schon einmal gestohlen worden, weiß die Künstlerin. Die Rehser waren empört. Ein letzter Funke Gewissen müsse den Dieb veranlasst haben, die Zwillinge wieder an ihren Platz zu schaffen. Droht nun wieder Diebstahl? Was soll mit dem Kunstwerk geschehen? Der angeklagte Hauseigentümer wird so rasch nicht zurück sein. „Die Figur gehört dem Hausbesitzer und nicht mir“, sagt Dorothee Rätsch. Doch sie regt an: „Warum können die Leute im Dorf, die sich um die Figur sorgen, nicht entscheiden, was damit geschehen soll?
„Nette Idee“, aber unmöglich, meint Flechner. Denn käme es zu dem Entschluss, die Figur abzunehmen, dann wäre auch das Diebstahl. Solche Wege wolle und dürfe man auf keinen Fall beschreiten.
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c.göls@nordkurier.de

03.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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