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11.06.2015

Alt Rehse - ein Dorf will noch schöner werden

Die Bewertungskommission geht um. Gesucht wird das schönste Dorf im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Zu den acht Bewerbern gehört auch Alt Rehse. Hier war jetzt die erste Station der Jury.

Alt Rehse. An die 800 Gäste erwarten die Alt Rehser zur ihrem 21. dreitägigen Lindenblütenfest, das am Freitagabend in der Kirche eröffnet wird. Sonnabend sprinten die Teilnehmer des Neubrandenburger Tollenselaufs durchs Dorf und Sonntag gibt es Blasmusik zum Frühschoppen. Und dann sind da noch die vielen Radler – 30 000 im Jahr –, die gern den Weg durchs Dorf am Tollensesee nehmen. Hochstimmung erfasst darum in diesen Tagen die Einwohner, was auch den Mitgliedern einer Kommission des Landkreises am Mittwoch nicht verborgen blieb. Hat Alt Rehse sich doch als Ortsteil der Stadt Penzlin für den 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ beworben. Mit im Boot sind weitere sieben Teilnehmer aus der Mecklenburgischen Seenplatte.
Die Bewertungskommission startete ihre Rundreise im Penzliner Land und gab dabei einen Zeitrahmen von eineinhalb Stunden vor. Ein nicht so einfaches Unterfangen für Sven Rose, Zweiter Stadtrat in Penzlin und Dorfbewohner, der die Präsentation vorbereitet hatte. Denn wer von Alt Rehse berichtet, der kommt nicht an der wechselvollen Geschichte vorbei. So drückten die Nationalsozialisten dem Ort mit dem Musterdorf aus 22 niederdeutschen reetgedeckten Fachwerkhäusern und der Führerschule der Deutschen Ärzteschaft einen Stempel auf. Auch der Besitzerwechsel des Parks bringt das Dorf immer wieder in die Schlagzeilen. Gegenwärtig wird für das Areal erneut ein Investor gesucht, wie Bürgermeister Sven Flechner informierte. „Das Dorf kann ohne den Park existieren, mit ihm wäre es jedoch besser“, sagte Sven Rose. Allein schon wegen des Schiffsanlegers bilde der öffentliche Zugang eine Priorität in der Dorfentwicklung. Hier gab es in der Vergangenheit Höhen und Tiefen. Ja sogar Stagnation. Die Gemeindevertretung war zerstritten, der Wehrführer schmiss hin und die öffentliche Gaststätte im Dorf machte zu.
Mit dem Anschluss der Gemeinde an die Stadt Penzlin ging es ab 2008 wieder bergauf. Besonders Neubrandenburger interessieren sich für die ausgewiesenen Eigenheimstandorte. Gegenwärtig verzeichnet Alt Rehse 243 Einwohner. Ein Spielplatz wurde gebaut und das Dorfgemeinschaftshaus saniert. Größte Errungenschaft ist das neue Gerätehaus, das den 19 Kameraden Motivation für die ehrenamtliche Arbeit gibt.
Die Dorfgemeinschaft mit Leben zu erfüllen, Kultur ins Dorf zu holen und das Miteinander zu stärken - daran hat besonders der Lindendorf Alt Rehse e.V. unter Leitung von Sven Rose großen Anteil. Bürgermeister Sven Flechner sieht diese Gemeinschaft als Träger und Motor für die vielfältigen Aktivitäten im Dorf. An die 40 Veranstaltungen werden im Jahr angeboten. Mittelpunkt ist dabei das Dorfgemeinschaftshaus, das vom Verein bewirtschaftet wird. Mit Projekten zum Thema „Fit und gesund durchs Alter“ will der Verein sich noch mehr in das gesellschaftliche und soziale Leben einbringen.
Die Verbesserung der Radwege innerhalb der Ortschaft, Rückbau eines alten Wohnblocks sowie die touristische Aufwertung Wustrows sind Vorhaben für die Zukunft Alt Rehses. „Ich bin überrascht, welche Entwicklung das Dorf genommen hat“, sagte Annette Böck-Friese, Leiterin des kreislichen Bauamtes, die zugleich der Bewertungskommission vorsteht. Auf der Grundlage von fünf Schwerpunktthemen vergibt die Jury nach der Besichtigung die Bewertungspunkte. Letztlich qualifizieren sich zwei Gewinner für den Landeswettbewerb. Alt Rehse ist übrigens wettbewerbserfahren. Wie die Tafel am Teich zeigt, wurde das Dorf bereits 1995 Keissieger und holte im selben Jahr auch den Landestitel „Schönes Dorf“ - damals noch als eigenständige Gemeinde. Eine Bronzemedaille gab es im Bundesvergleich.
Am Freitag schaut sich die Bewertungskommission in Jabel um.

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m.jacobs@nordkurier.de

11.06.2015 
Quelle: Nordkurier 

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