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08.11.2016

Altes und Neues hat er stets im Blick

Zum beliebten Wohnort hat sich Puchow entwickelt. Es gibt Alteingesessene und Neubürger. Junge Leute kamen in ihre Elternhäuser zurück und gründeten Familien. Thomas Bünger macht Altes wieder schön. Alles vermag er aber nicht, so gern er auch wollte.

Puchow. Thomas Bünger mag Altes, hat ein besonderes Händchen dafür. Seit nunmehr 15 Jahren verdient sich der Puchower als Antikhändler sein täglich Brot. Dabei reicht der 38-Jährige die erworbenen Stücke nicht einfach so weiter. Als gelernter Möbeltischler nimmt er sich Stühlen, Schränken, Tischen und Sekretären fachmännisch in seiner Werkstatt an und arbeitet diese Liebhaberstücke auf. Damit erhalten die antiken Möbel nicht nur ihren Wert, sondern werden immer kostbarer. Und sind vor allem wieder zu nutzen. „Gerade habe ich zwei Armlehnstühle und einen dreitürigen Kleiderschrank restauriert, die ihren Platz in einem Wohnhaus in Schleswig-Holstein bekommen“, sagt Thomas Bünger, der gebürtiger Penzliner ist, aber seit 1999 in Puchow lebt. Hier fühlt er sich wohl und übernimmt als Gemeindeverteter von Kuckssee gern Verantwortung für sein Dorf.
Als Handwerker und Kunstkenner tut es ihm besonders leid, dass historische Bauten im Ort mehr und mehr verfallen. Im guten Zustand zeigt sich noch das um 1910 erbaute Schloss, das sich in Privatbesitz befindet. „Ich habe in Abstimmung mit dem Inhaber ein Auge auf das Gebäude, mähe den Rasen und halte das Umfeld sauber.“
Viele Dorfbewohner hoffen, dass irgendwann auch mal wieder Leben einzieht in das historische Gemäuer. Doch Antworten gebe es derzeit keine auf diese Frage. Schlechter bestellt ist es um Gebäude in Gutshofnähe, die wiederum einen anderen Besitzer haben. „Wir haben versucht, bei diesem Problem die Denkmalpflege mit ins Boot zu holen. Es gibt aber kaum Hoffnung“, ist Thomas Bünger leicht verärgert.
Gut geht es inzwischen aber wieder einer über Hundertjährigen. Die alte Dorfstraße mit ihrem Kopfsteinpflaster erhielt vor zwei Jahren eine Kur. Die Steine waren abgesackt und oft bildeten sich riesige Pfützen. Möglich wurde die Sanierung durch die Fusion von Krukow, Lapitz und Puchow im Jahre 2012 zur Gemeinde Kuckssee. Während Lapitz zum Beispiel im Rahmen der zugesagten Prämie Veränderungen für das Gutshaus plante, setzten die Puchower ihre historische Straße ganz oben auf die Liste. 500 000 Euro waren dafür nötig. Fördermittel gab es aus dem Topf für integrierte ländliche Entwicklung, auch das Innenministerium steuerte Gelder bei.
„Ich denke, dass unsere Gemeindefusion der richtige Schritt war. Er sichert die Perspektive der Orte und gemeinschaftlich werden schwierige Dinge angepackt“, stellt Thomas Bünger fest und kommt auf ein neues Vorhaben zu sprechen.
So beantragte die Gemeinde Leader-Fördermittel für die Nutzungsänderung des Gerätehauses in Puchow. Schon seit Jahren verfügt der Ort nicht mehr über eine eigene Freiwillige Feuerwehr. Darum soll das meist leer stehende Gerätehaus zum kommunalen Dorfzentrum umgebaut werden. Mit der Lage auf der Festwiese in Nähe des Wokuhlsees bietet es ideale Bedingungen für Vereine sowie Kinder- und Jugendarbeit. Es gibt bereits einen Bauentwurf, der Wanddurchbrüche, den Einbau einer Heizung und die Erneuerung des Daches vorsieht. Die Baukosten werden auf 95 000 Euro geschätzt.
Gehen diese Pläne auf, könnten die Puchower sogar an Bisheriges anknüpfen. Gab es doch zu DDR-Zeiten eine Kulturakademie im Schloss. Kreativität könnte auch die Vereine beflügeln.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

08.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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