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29.12.2016

Am Rektorhaus geht’s mächtig voran

Endlich Hüsung für Heimatdichter Johann Heinrich Voß. Das einstige Rektorhaus wird nach Sanierung und Anbau seinen Namen tragen und Literaturinteressierte nach Punschendörp locken.

Penzlin. Da muss Bürgermeister Sven Flechner nicht lange überlegen. Das größte Bauvorhaben in 2016 ist der Ausbau des Voß-Hauses am Markt. Ziel ist es, das historische Fachwerkhaus zu erhalten und es zu einem kulturellen Zentrum zu gestalten.
Mit dem Bau des Bürgerzentrums Neue Burg und dem Neubau der Grundschule hat Penzlin Erfahrung mit Millionen-Objekten, doch das Voß-Haus verlangte einen ziemlich langen Geduldsfaden. Schon 2010 brüteten Bürgermeister und Museumsleiterin Andrea Rudolph die Idee aus, mit dem alten Rektorhaus – hier ging einst der Heimatdichter Johann Heinrich Voß (1751-1826) zur Schule – eine besondere Kultureinrichtung zu schaffen.
Neben einer Dauerausstellung zum Dichter und Übersetzer sollen hier auch die Stadtbibliothek, das Archiv und die Touristinformation einziehen. Zudem wird mit dem Bau das längst überfällige Problem der öffentlichen Toiletten gelöst. So ein Literaturhaus im Stadtzentrum werde außerdem dem Marktplatz mehr Besucher bringen. Da sind sich auch die Stadtvertreter ganz sicher. Doch gerade bei ihnen machte sich Ungeduld breit, ob dieses Vorhaben überhaupt gestemmt werden könnte.
Schließlich stammt das Voß-Haus aus dem Jahre 1750. „Schon in den 90er Jahren musste die Stadt Geld in die Hand nehmen, um das baufällig gewordene Fachwerkhaus zu sichern”, sagte Sven Flechner. Es für neue Zwecke auszubauen und sogar noch mit einem Anbau zu versehen, das gab der städtische Haushalt nicht her. Und so gingen Jahre ins Land, um die Finanzierung zu wuppen. Erstes grünes Licht kam von der Müritz-Sparkasse, dann konnte das Wirtschaftsministerium mit ins Boot geholt werden und auch das Innenministerium zeigte sich nicht abgeneigt. Und es gab beachtliche Spenden, die Bernd-Albrecht Freiherr von Maltzan initiierte. Auch Jost Reinhold ließ die Penzliner nicht im Stich.
Blitz, Donner und ein kräftiger Regenguss begleiteten schließlich die Grundsteinlegung am 27. Juli, zu der Innenminister Lorenz Caffier angereist war. Das Geld für die Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro ist Penzlin sicher, und die Stadt braucht aufgrund großzügiger Förderung nur Eigenmittel von 20 000 Euro beizusteuern. Seit dem Baustart verfolgen auch die Einwohner den Fortschritt am Rektorhaus. Der Rohbau der Kelleretage am Anbau ist fertig gestellt.
Jetzt geht es um den Verbinder zwischen Neubau und Voß-Haus, in dem Sanierungsarbeiten parallel laufen. Entschieden ist, welche Firma sich um die Dachdeckerarbeiten kümmert. Im Januar werden die Gewerke für Elektro, Heizung und Sanitär vergeben. Klappt es mit der Bauzeit von eineinhalb Jahren, könnte das Voß-Haus Ende 2017 eingeweiht werden.
Mit dem Auszug von Bibliothek, Archiv und Tourist-Information aus dem Gebäude in der Großen Straße 4 wird die Basis für ein neues Vorhaben gelegt. Denn dieses Haus soll Wohn- und Begegnungsstätte für ältere Menschen werden. Doch dafür müssen die Pläne noch reifen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

29.12.2016 
Quelle: Nordkurier 

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