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28.05.2015

Angekommen: In der Penzliner Platte können Flüchtlinge ihre Ruhe finden

Penzlin kann Zuzug vertragen. Und dank des Leerstands in einem Wohnblock kann die Stadt jetzt 16 jungen Männern aus Afrika Zuflucht bieten. Als Neubürger, für die die Kommune vom Land auch Schlüsselzuweisungen erhält, sollen sie schnell heimisch werden. Dafür und gegen Vorurteile entwickeln die Penzliner so manche Idee.

Penzlin. 16 neue Penzliner auf einen Streich – die registrierte das Einwohnermeldeamt am Dienstag gern. Da diese nur Englisch oder Französisch sprechen, wurden sie von einer Mitarbeiterin des CJD Waren begleitet. „Statt der angekündigten 19 Flüchtlinge sind es nur 16 Personen, die vorerst eine sichere Bleibe bei uns finden. Dabei handelt es sich um junge Männer, die aus Ghana und Mauretanien stammen“, sagt Bürgermeister Sven Flechner und heißt die Neuankömmlinge willkommen in der Kleinstadt.
Schon Anfang Mai wurden im Wohnblock in der Großen Straße 5 und 6 in Zusammenarbeit mit der Neubrandenburger Wohnungsbaugenossenschaft drei Dreiraum- und eine Vierraumwohnung für die Flüchtlinge bereit gestellt, nachdem der Landkreis um Hilfe gebeten hatte. Dabei kam der Stadt zugute, dass schon etliche Mieter aus diesen Häusern ausgezogen waren, die eventuell in zwei Jahren abgerissen werden sollen. Hier entsteht dann Platz für den Neubau von Reihenhäusern.
Da Penzlin als dezentraler Ort gilt, ging man in der Stadtverwaltung davon aus, vor allem in Not geratene Familien aufzunehmen. Da das nun nicht der Fall sei, müssten die Flüchtlinge in Gemeinschaften zusammen wohnen. „Dabei stehen jeder Person sechs Quadratmeter Wohnfläche, ein Bett, ein Stuhl, ein Tisch und ein Schrank zu. Die Wohnungen verfügen über Kühlschrank und Waschmaschine“, kommt der Bürgermeister auf die Ausstattung zu sprechen, die allein in Regie des Landkreises liege. Gleichzeitig möchte er mit dieser Auflistung Sozialneid entgegen treten, der sich durchaus schon in Penzlin zeige.

Auch wenn die Unterbringung von Flüchtlingen in Verantwortung des Landkreises liege, will die Stadt sich in die Integration der Neubürger einbringen. Und Öffentlichkeit ist dabei ganz wichtig. So verweist der Bürgermeister auf die Erweiterung der Internetseite der Stadt, auf der es Informationen über die neuen Nachbarn gibt. „Alle Bürger der Stadt sollen die Möglichkeit haben, mehr über diese Menschen zu erfahren. Wer Fragen hat, kann sich erkundigen und bei Sorgen habe ich als Bürgermeister stets ein offenes Ohr“, gibt der Verwaltungschef zu verstehen.
Alle, die den Flüchtlingen Hilfe und Unterstützung anbieten wollen, können dort auch lesen, was gebraucht wird. Außerdem hat SPD-Landtagsabgeordnete Dagmar Kaselitz in ihrem Penzliner Wahlkreisbüro eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Sven Flechner hofft auch auf die Sportvereine, die für die afrikanischen Flüchtlinge ein Anlaufpunkt sein könnten.
Von der Kapazität her kann Penzlin in dem Wohnblock sogar 23 Asylbewerbern eine Unterkunft bieten. Ob weitere Zuzüge erfolgen, sei derzeit aber ungewiss.


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m.jacobs@nordkurier.de

28.05.2015 
Quelle: Nordkurier 

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