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09.10.2017

Ansichtssache! Dieses Trio macht Penzlins Mitte schick

Alt sind sie, machen aber ordentlich was her. Drei alte Stahlglocken, die 50 Jahre den Ton im Penzliner Turm angaben, bekommen jetzt einen Ausstellungsplatz am Gotteshaus.

Penzlin. Einfach vergessen zu werden, das haben sie nicht verdient. Auch wenn sie verschlissen sind, Risse und Roststellen zeigen. Schließlich leisteten sie 50 Jahre ihren Dienst im Turm der St. Marienkirche in Penzlin. Die Rede ist von den drei Stahlglocken, die 1961 in Apolda gegossen wurden. Ein Jahr später kamen sie in den Glockenturm von Punschendörp, wurden als Ersatz für die im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzenen altehrwürdigen Glocken installiert. Zusammen mit der angestammten Glocke aus dem Jahre 1737 waren sie weit über den Radius der Innenstadt zu hören. 2014 wurden sie dann gegen drei bronzene neue Geläute ausgetauscht.
Schon damals setzte sich der Kirchengemeinderat dafür ein, die stählernen Gesellen nicht einfach dem Schrotthändler zu überlassen. „Wir wollten sie als Ausstellungsstücke für den Kirchenplatz erhalten. Um das vorzubereiten, mussten die Glocken erst einmal eingelagert werden”, sagt Pastor Hartmuth Reincke. Inzwischen seien sie wieder ans Tageslicht geholt worden. Gibt es doch für deren weiteren Werdegang konkrete Pläne.
So sollen die Schwergewichtigen am 14. Oktober ihren neuen Platz an der Kirche mit Blickrichtung Markt erhalten. Mit Stadtplaner Lutz Braun gab es im Vorfeld für die Wahl des Standortes intensive Gespräche. Dabei wurden die Planungen der Stadt zum Voß-Haus abgewartet. Denn wäre das Denkmal des Dichters Johann Heinrich Voß zum Rektorhaus umgezogen, hätten die Glocken dort platziert werden können. Diese Variante fällt aber aus. Und so werden sich die Stahlgussglocken zwischen dem gepflasterten Areal und den Bäumen an der Kirche präsentieren. Festen Halt und damit auch einen würdigen Grund bekommen die Glocken auf einer Granitplatte. Wie vom Pastor zu erfahren war, sollen sie keinen Wetteranstrich bekommen. Können somit vor sich hinrosten, was auch einen besonderen Reiz hat. Den Inschriften auf den Glocken wird‘s nicht schaden.
Um die Gewichte von 920, 530 und 360 Kilogramm zu stemmen, muss Technik eingesetzt werden. Dabei erhält die Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow Unterstützung von Firmen der Stadt. „Wir denken, dass die Glocken als interessante Ausstellungsstücke und Teil der Stadtgeschichte künftig mehr Besucher auf den Markt locken werden. Mit dem Voß-Haus wird dieses Areal ohnehin gewinnen”, ist sich Hartmuth Reincke sicher. Aufgrund der Spenden, die für die neuen Glocken der Kirche eingingen, könne nun auch dieses Projekt umgesetzt werden. Es musste warten, da im Bereich der Kirchengemeinde andere Vorhaben einen höheren Stellenwert hatten.
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m.jacobs@nordkurier.de

09.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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