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11.10.2017

Auch zum Spielen nicht zu schade

Ob Penzliner Kirche oder das Schloss von Ankershagen — alles passt in Erhard Kuhns Werkstatt. Handelt es sich doch um Modelle, die der Senior akribisch aus Holz fertigt. So genau, dass er nun noch mal Hand anlegt.

Bocksee. Glatt und einfach, das kann jeder. Wird es knifflig und kompliziert, dann wird es für Erhard Kuhn erst richtig interessant. Und je mehr Schnickschnack anzubringen ist, desto mehr Freude bereitet ihm sein Hobby. Ob Kirchenbau, Schlossgestaltung oder Bauernhof — in der Werkstatt hinterm Wohnhaus in Bocksee entfaltet der 63-Jährige sein handwerkliches Geschick, das er sich im Laufe der Jahrzehnte Stück für Stück angeeignet hat.
„Mit Steinen hatte ich in meinem Berufsalltag täglich zu tun, darum arbeite ich wohl so gern mit Holz”, sagt Erhard Kuhn. In einem Penzliner Baugeschäft lernte er einst den Beruf des Maurers, baute Häuser und größere Anlagen. Nach der Wende war er auf Baustellen in Hamburg und auch in Dänemark unterwegs. Dieses Kapitel ist abgeschlossen, Erhard Kuhn ist seit einiger Zeit Rentner. Nun verhilft ihm das Hobby dazu, dass tags keine Langeweile aufkommt.
„Ich habe schon früher für unsere beiden Kinder Spielzeug aus Sperrholz gebastelt. Inzwischen freut sich meine Enkelin Emma in Marihn über das von Opa gebaute Puppenhaus”, erzählt der Senior, der sich besonders für historische Bauten interessiert. Wie zum Beispiel für das Schloss in Ankershagen, in dem er selbst acht Jahre zur Schule ging. Es in einem Modell nachzuarbeiten, war für ihn ein besonderer Reiz.
Und so versah er sein Schloss mit all den ursprünglichen Dingen, die das Original ausmachten. Denn in den 70er Jahren verschwanden Türme, die Uhr und die schmückenden Umrandungen an den Fenstern. Auch die kleine Mauer, die um das Herrenhaus führte, ist am Kuhn‘schen Schloss noch zu entdecken. Zu bestaunen ist diese besondere Arbeit übrigens im Gutshaus Friedrichsfelde, ebenso die Feldscheune mit Dreschkasten aus dem Jahre 1920.
„Auch die Kirche von Ankershagen entstand in meiner Werkstatt. Momentan überarbeite ich dieses Modell. Lassen sich doch einige Dinge noch verbessern”, begründet Erhard Kuhn den erneuten Anlauf, das Gotteshaus noch passender abzubilden. Schließlich mache das Angebot an Technik es heute möglich, sehr viel feiner arbeiten zu können. Neben Holz nutzt der Modellbauer auch Pappe, die sich für die Umrandung einer Ritterburg bestens eignet. Schindeln und Turmspitzen werden aus Schleifpapier gearbeitet. Und alles bekommt einen freundlichen Anstrich.
Erhard Kuhn orientiert sich bei seinen Holzarbeiten am traditionellen Handwerk im Erzgebirge, das schon ihm in Kinderjahren besonderes Spielzeug bescherte. Er ist überzeugt davon, dass sich mit seinen Bauernhöfen und Burgen Kinder durchaus auch mal für gewisse Zeit vom Computer fern halten lassen. Gerade vor Weihnachten komme so manche Anfrage von Großeltern zu ihm ins Haus nach Bocksee. Das Gutshaus von Friedrichfelde in Miniaturform aus Holz nachzuarbeiten, das steht demnächst noch an. Warten muss dafür noch die Penzliner Kirche. An Ideen fehlt es dem Mann aus Bocksee jedenfalls nicht. Inspiriert wird er dabei von all den Dingen, die er über Jahre sammelte oder auf Flohmärkten einkaufte.
Fingerfertigkeit und das Gespür für Feines kommt Erhard Kuhn aber auch bei seinem zweiten Hobby zugute. Er spielt im Lublower Posaunenchor Tenor- und Flügelhorn. Im November begleitet die musikalische Truppe einen Gottesdienst in der Ankershagener Kirche.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

11.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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