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22.07.2016

Auf diesem „Radweg“ braucht’s schon Geschick

Eigentlich können die Penzliner frohlocken. Ihr Radweg zwischen Mallin und Klein Lukow gehört zu den schönsten der Region. Es fehlt nur noch ein Stück bis Wulkenzin. Dass sich der Kreis da so viel Zeit lässt, bringt manchen in Rage.

Mallin/Wulkenzin. Schmal ist die Spur, die von Radlern auf dem Alten Bahndamm zwischen Mallin und Wulkenzin gemeistert werden muss. Da ist schon etwas Geschick gefragt. Weichen Regengüsse den Boden auf, kann die Tour schon zur Modderschlacht werden. Hier sind nicht nur Ausflügler unterwegs. Gerade Bürger aus den Gemeinden des Amtes Penzliner Land radeln auf diesem Weg zur Arbeit Richtung Neubrandenburg entlang.
Wurde der Alte Bahndamm vor zwei Jahren im Rahmen des Radwegekonzeptes vom Kreis zwischen Klein Lukow und Mallin abschnittsweise mit einer festen Fahrbahn versehen, so fehlt das letzte Stück auf einer Strecke von rund 1,4 Kilometern bis zur Nachbargemeinde Wulkenzin. Von hier schließt sich dann der Straßen begleitende Radweg an der B 192 in Richtung Viertorestadt an.
Dass sich in dieser Frage nichts tue, verärgert viele. „Nicht nur bezüglich der Instandhaltung, sondern auch bezüglich der Fertigstellung des Radweges – egal mit welcher Routenführung – werden wir nur vertröstet“, stellt Siegfried Bolenz in einem Schreiben an Landrat Heiko Kärger fest, das der Redaktion vorliegt. „Es fährt sich sehr beschwerlich dort und für den Tourismus in unserer Region ist es schon mehr als peinlich, hier Urlauber lang zu schicken“, fügt Siegline Blöcks in einer E-Mail an den Kreis hinzu. Sie appelliert, an dieser Strecke wenigstens eine Spur mit einer Breite von 50 bis 60 Zentimetern zu schieben, damit eine ungefährliche Fahrt für die Radler möglich ist. Und auch Bärbel Brunner aus Krukow erkundigte sich während der Gemeindevertretersitzung nach dem Stand der Dinge. Eine Antwort konnte dort nicht gegeben werden.
Knackpunkt für den Radwegebau war bisher der Grundstückserwerb dieses Abschnittes auf dem Alten Bahndamm, der sich in Eigentum der Deutschen Bahn AG befand. „Die Gemeinde Wulkenzin hat das Grundstück erworben. Dass es so lange dauerte, ist wirklich erstaunlich. Inzwischen ist auch die Entwidmung dieses Geländes erfolgt“, sagt Petra Niewelt, Leitende Verwaltungsbeamtin im Amt Neverin.
Am 20. Juni unterschrieben Landkreis und Gemeinde eine Vereinbarung zur Investitionssicherung als Grundlage für den Ausbau des überregionalen Radweges. Wulkenzin übertrug das Grundstück dem Kreis unentgeltlich, wird sich mit 13 000 Euro am Ausbau beteiligen und sich später um die Unterhaltung kümmern. Das bestätigte dem Nordkurier Bürgermeister Sven Blank. „Eigentlich hätte es schon längst losgehen können. Aber es fehlt wohl noch der Fördermittelbescheid“, vermutet er und verweist auf die Planungen, die lange vor der Kreisgebietsreform angeschoben wurden. Sie flossen in weitere Entwürfe mit ein, hat er erfahren.
Ob der Baustart noch in diesem Jahr erfolgt, das kann auch Bärbel Liske von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Seenplatte-Landkreises nicht sagen. Aber sie zeigt sich optimistisch. „Wir erhoffen uns eine 90-prozentige Förderung für die Maßnahme, die bis zur Genehmigungsplanung vorangetrieben wurde. Der Eingang des Förderantrags wurde im Mai bestätigt. Dieser wird nun geprüft“, sagte sie.
Insofern ist wieder Warten für die Radler angesagt. Ein grobes Planieren der jetzigen Wiesenstrecke mit dem Wegehobel sei aufgrund des Höhenprofils nicht möglich. So könnte der Untergrund eher Schaden nehmen. Ohnehin sollen vor dem geplanten Ausbau keine größeren Geldsummen mehr für die Instandhaltung eingesetzt werden. „Wir werden vor Ort noch einmal beraten, was im Interesse der Radfahrer kurzzeitig noch geändert werden könnte“, so Liske.
Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl hätte so mancher Bürger wohl nichts dagegen, wenn sich ein Politiker aus der Region dieser Sache konsequent annehmen würde. Das ist zumindest einer an den Landrat gerichteten Mail zu entnehmen.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

22.07.2016 
Quelle: Nordkurier 

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