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18.02.2016

Ausgezeichnet! Ein Leben für die Feuerwehr

Retten, bergen, löschen – lautet der Auftrag für die Kameraden bei der Feuerwehr. Für drei Lapitzer war diese ehrenamtliche Arbeit in der Truppe ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Trotz ihres Alters – die drei Retter sind auch heute noch gern gesehen in der Wehr. Aus gutem Grund.

Lapitz. Ertönt die Sirene im Dorf, geht Armin Röstel schnell vor die Tür. Was ist geschehen, brennt es irgendwo? Der 81-Jährige ist schon lange nicht mehr aktiv in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr Lapitz, fühlt sich bei Alarmierungen aber irgendwie immer noch angesprochen. Das geht auch Gerhard Schröder (74 Jahre) und Karl-Friedrich Dornheim (75 Jahre) so, die Jahrzehnte zur Rettungstruppe im Dorf gehörten. Die Feuerwehr war ein Teil ihres Lebens.
Auf der Jahreshauptversammlung wurde diesen drei Ehrenmitgliedern eine Überraschung zuteil. Für 50 Jahre Mitgliedschaft in der Feuerwehr erhielten die Senioren das Ehrenzeichen am Bande vom Landesfeuerwehrverband Mecklenburg-Vorpommern. Eine Anerkennung, über die sich alle Kameraden in Lapitz freuen.
„Das Etui mit dem Abzeichen liegt bei mir in der Schublade. Nicht zu weit weg, so dass ich es jederzeit vorzeigen kann“, sagt Gerhard Schröder ein wenig belustigt. Der 74-Jährige war zu DDR-Zeiten als Tierpfleger in der LPG tätig. Auch Armin Röstel und Karl-Friedrich Dornheim arbeiteten in der Landwirtschaft. Ungefähr zehn Mitglieder hatte damals die Lapitzer Wehr. Die Feuerspritze war in einem Anbau am großen Stall untergebracht, wurde anfangs zu Einsätzen mit Pferden und später mit dem Traktor gezogen. „Während der Ernte brannte mal ein Strohanhänger, den der Traktorist ausgerechnet hinter dem Stall abgestellt hatte. Wir mussten eine fast 150 Meter lange Schlauchleitung bis zum Salzsee legen, um das Feuer löschen zu können. Und zum Ende gab dann die Pumpe den Geist auf“, erinnert sich Armin Röstel, der in der Lapitzer Wehr als Maschinist fungierte. Auch damals wurde für Feuerwehrwettkämpfe geübt. Neben dem „Tüddeln von Knoten“ ging es dabei über die Sturmbahn. Nach der Wende zogen sich die drei Lapitzer aus dem aktiven Geschehen der Wehr zurück, verfolgen aber deren Entwicklung. Ist die Motorsäge stumpf geworden, klopft Wehrleiter Frank Sobeck heute noch bei Karl-Friedrich Dornheim an die Tür.
Von den 21 Mitgliedern der Lapitzer Wehr stehen 19 Kameraden – darunter zwei Frauen – bei Alarmierungen bereit. „Die Einsatzbereitschaft ist bei uns zumeist gegeben. Mit zwei Alarmierungen im Vorjahr war es relativ ruhig. Gefragt sind vor allem technische Hilfeleistungen wie zum Beispiel bei Wolkenbrüchen oder Sturmschäden“, sagt Frank Sobeck.Zur technischen Ausrüstung gehörte viele Jahre der alte Robur. Bürgermeister Manfred Schüttendiebel war es zu verdanken, dass die Truppe 2009 einen gebrauchten LF 8 bekam. „Der Oldtimer ist gerade wieder durch die technische Überprüfung gekommen. Wir hoffen, dass wir in drei Jahren vielleicht ein neues Auto bekommen“, äußert der Wehrleiter einen Wunsch. Ob seine Truppe beim Amtsausscheid Penzliner Land in diesem Jahr allein oder in der Mannschaft der Gemeinde Kuckssee antritt, das werde sich erst noch zeigen müssen.
Mit Dokumenten aus dem Landesarchiv hütet Ortswehrführer Frank Sobeck einen Schatz. Denn bei Recherchen fanden sich Unterlagen zur Gründung der Lapitzer Wehr. Die war am 5. Juni 1937. Als erster Wehrführer fungierte der Gutsbesitzer und Landwirt Wolfgang Neumann. „Geschichte begeistert mich total. Darum ist mir sehr daran gelegen, unsere ehemaligen aktiven Kameraden nach wie vor am Leben in der Feuerwehr teilhaben zu lassen. Auch wenn sie jetzt mehr Beobachter sind, so haben sie uns nicht nur an Lebenserfahrung eine Menge voraus“, sagt der Ortswehrführer. Da habe ein Olaf Julitz, der für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde, doch noch einiges vor sich.
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m.jacobs@nordkurier.de

18.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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