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03.05.2017

Awo-Pflegeheim: Erst verkaufen, dann mieten

Die im Nordkurier exklusiv veröffentlichte Nachricht, die Awo Müritz würde aufgrund ihrer finanziellen Schieflage die Pflegeeinrichtung in Penzlin verkaufen müssen, hat bei Patienten und Angehörigen Unruhe verursacht und Fragen aufgeworfen.

Penzlin. Fakt ist, die Awo Müritz benötigt dringend Geld. Geld, um einen – laut Geschäftsführung – sich über Jahre aufgebauten Investionsstau abzubauen, Geld, um bei Gehältern wettbewerbsfähig zu bleiben. Seit Sommer vergangenen Jahres verhandelt die Geschäftsführung über einen Verkauf der Penzliner Einrichtung. Kontakt gab es mit verschiedenen Investoren, jetzt scheint der Verkauf in der finalen Phase zu sein. Im Herbst 2016 hatte ein Investor nach Recherchen des Nordkurier 1,4 Millionen Euro geboten – ob der Verkaufspreis vor dem Hintergrund der klammen Awo-Kassen wirklich so hoch ausfällt?
Ziel der Awo Müritz sei es, die Anlage in Penzlin nach dem Verkauf zurückzumieten. Patienten, Bewohner und Angehörige müssten sich keine Gedanken machen, alles würde weiter wie bisher laufen. Die Betroffenen würden durch den Verkauf keine Nachteile haben, hieß es am Dienstag aus Awo-Kreisen. Geschäftsführerin Simone Ehlert habe bei einer Dienstbesprechung ihre Führungsriege entsprechend informiert. Allerdings muss Ehlert offenbar bei ihrem eigenen Vorstand bezüglich des Verkaufs noch Überzeugungsarbeit leisten. Die Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Vorstand gestalte sich nach Informationen des Nordkurier durchaus schwierig. Offenbar würde der Vorstand, so war aus Teilen der Awo zu vernehmen, „die Dringlichkeit des Verkaufs von Penzlin, wider besseren Wissens, unterschätzen“.
Nachfrage bei Awo-Vorstandschefin Dagmar Kaselitz. Ohne Antwort. Trotz mehrmaliger Versuche, mit der Penzlinerin am Dienstag per Telefon oder Mail in Kontakt zu treten – Schweigen. Auch die SPD-Landtagsabgeordnete Nadine Julitz, seit November 2016 Vorstandsmitglied bei der Awo, reagierte nicht. Kein Rückruf, keine Antwortmail bis zum Druckbeginn dieser Ausgabe. Zur Erinnerung: Im Februar und März hatte Kaselitz den Verkauf der Penzliner Einrichtung stets dementiert.
Und noch etwas bleibt in der Awo Müritz unbeantwortet – die Frage nach der Besetzung des Schatzmeisterposten im Vorstand. Seit fast sechs Monaten ist der Job vakant – mit Toralf Schnur, der sich für das Amt beworben hatte, wurde nach Informationen des Nordkurier bisher kein Gespräch geführt.
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a.becker@nordkurier.de

03.05.2017 
Quelle: Nordkurier 

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