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01.09.2018

Awo will Kita-Problem in Penzlin lösen

Wer das Ziel kennt, findet einen Weg. Der kann auch ungewöhnlich sein. So wie die Kita-Lösung in Penzlin. Nachdem die Kirche abgesprungen war, musste schnell ein neuer Träger her. Fast hätte die Gemeinde sogar selbst bauen müssen.

Penzlin. Die Suche war erfolgreich. Für die Kita-Not in Penzlin gibt es eine Lösung. Und die ist ungewöhnlich, denn zwei Awo-Verbände machen gemeinsame Sache. Die Awo Müritz möchte ihre Kita „Burggarten“ erweitern und holt sich dafür die Awo Neubrandenburg ins Boot.
Wie Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (WPL) dem Nordkurier jetzt mitteilte, haben sich die Stadtvertreter im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung einstimmig für dieses Modell entschieden. „Nach ersten Vorstellungen des Trägers wird auf dem Gelände der bestehenden Kita ein weiterer Neubau erfolgen, um dort die fehlenden Kapazitäten zu schaffen“, sagt Sven Flechner.
Über die genaue Zeitschiene könne er noch nichts sagen, weil jetzt erst die Planungen mit den beiden Awo-Verbänden beginnen. Penzlin zieht junge Familien an und darum ist der Betreuungsbedarf auch gestiegen. Für den Bereich des Amtes Penzliner Land hatte das Jugendamt des Landkreises im vergangenen Jahr ermittelt, dass 12 Krippenplätze, 30 Kindergartenplätze und 20 Hortplätze fehlen. Die sollten idealerweise im Grundzentrum Penzlin bereitgestellt werden.
Die Gespräche mit der Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow/Mölln waren schon recht weit. Die Verwaltung hatte gehofft, dass die Kirche eine neue Kita baut. Doch die machte einen Rückzieher und Penzlin stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand, denn die Uhr tickte. Der Landkreis hatte für eine neue Kita in Penzlin eine Fördersumme von 700 000 Euro in Aussicht gestellt. Damit dieses Geld in Penzlin bleibt und nicht in eine andere Gemeinde fließt, forderte der Landkreis im Sommer ein Signal aus Penzlin.
Die Prioritätenliste wurde nämlich kürzlich beim Jugendhilfeausschuss des Kreises neu verhandelt. „Wenn wir kein Signal abgeben, dass wir etwas unternehmen, dann sind die Fördermittel futsch“, mahnte Sven Flechner bei der Stadtvertretersitzung im Juli.

Der Plan eines Neubaus hat überzeugt
Die Stadtvertreter machten den Weg frei für ein Interessenbekundungsverfahren. Notfalls wäre Penzlin sogar selbst als Bauherr eingesprungen. Das Jugendamt schrieb daraufhin alle im Kreis tätigen Träger von Kindergärten an, sich bei der Stadt Penzlin bis zum 20. Juli zu melden. Sieben Kita-Träger bekundeten laut Flechner in der ersten Stufe des Auswahlverfahrens ihr grundsätzliches Interesse.
In der zweiten Stufe wurden die Kita-Träger zu einem Auswahlgespräch eingeladen. „An diesen Gesprächen nahmen noch vier Kita-Träger teil. Inhalt dieser Gespräche waren die Vorstellung der Unternehmen, die Darstellung der Inhalte der pädagogischen Arbeit und natürlich erste Ideen zur Umsetzung“, sagte Sven Flechner. Neben ihm nahmen an den Auswahlgesprächen der Leiter des Amtes für Hauptverwaltung und Bürgerdienste und jeweils ein Vertreter der Fraktionen der Stadtvertretung teil. Dieses Gremium arbeitete den Vorschlag für die Stadtvertretung aus.
„Wir versprechen uns von der Zusammenarbeit der beiden Awo-Verbände viel. Was uns überzeugt hat, war der Plan eines Neubaus“, sagte Sven Flechner. Durch den Flachbau auf dem Gelände brauche die Kita dann neue Flächen für den Spielbereich. Das sei laut Flechner aber kein Problem, da um die Kita herum städtische Flächen des Burgparks dafür genutzt werden könnten.
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i.nehls@nordkurier.de

01.09.2018 
Quelle: Nordkurier 

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