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22.07.2017

B 192: Viel Geld – wenig Sicherheit?

Neue Kreuzung, fließender Verkehr – für die Marihner ist dieser aber viel zu schnell auf der B 192, kommen sie doch kaum über die Straße. Bei einem Vor-Ort-Termin brachte der Praxistest wichtige neue Erkenntnisse.

Marihn. Für satte 600 000 Euro ist im Vorjahr der Verkehrsknoten in Marihn ausgebaut worden. Gab es es dort doch einen Schwerpunkt mit Auffahrunfällen. Das hat sich grundlegend geändert, zumal es jetzt Abbiegespuren für Kreis- und Gemeindestraße gibt. Die Sicherheit konnte auf dieser Straße erhöht werden. Das akzeptieren einige Marihner aber nur zum Teil. Denn noch immer gibt es Befürchtungen, dass Fußgänger auf der Fahrbahn zu Schaden kommen. Dabei geht es um die Gymnasiasten, die mit dem dat-Bus zur Schule nach Waren unterwegs sind. Aber auch für ältere Leute bildet der Knotenausbau eine Hürde. Denn hier auf der B 192 ist jetzt eine Geschwindigkeit von 100 Kilometer pro Stunde zulässig. Früher waren 70 angesagt. Wer die Straße direkt auf der Kreuzung passiert, hat fast zehn Meter zu bewältigen. Darum wünschen sich die Marihner eine Verkehrsinsel – wie es sie in Mallin oder Schloen gibt, auf der Fußgänger zwischendurch sicher Halt machen können. Unterschriften wurden gesammelt, ans Straßenbauamt Neustrelitz und an die Penzliner Verwaltung geschickt. Besonders der Dorfgemeinschaftsverein nahm sich der Sache an. Aber auch Ortsvorsteher Jens Kamin möchte nichts unversucht lassen, um im Interesse der Einwohner doch noch Bewegung in die Angelegenheit zu bringen.
Bei einem Termin vor Ort nahmen Vertreter des Straßenbauamtes Neustrelitz und der Amtsverwaltung Penzlin sowie Marihner Bürger die besagte Kreuzung unter ihre Füße. Dabei ging es um die Frage, wie schnell und sicher kommt man über die Straße? Dass Fußgänger die dreispurige Fahrbahn betreten, sei absolut unzulässig. Darauf verwies Rayk Langer, Verkehrsplaner des Straßenbauamtes. Durch Bordabsenkung und das Anlegen einer Querungsstelle im Bereich des Buswartehäuschens wäre ein sicheres Überqueren der Straße möglich. Dem widersprach Jens Kamin: „Die Leute müssten dafür nach dem Aussteigen aus dem Bus aus Richtung Waren einige Schritte zurücklaufen. Das tut keiner. Zudem erschließt sich diese visuelle Verkehrsführung weder dem Fußgänger noch dem Autofahrer.” Rainer Balzer von der Dorfgemeinschaft hatte beobachtet, dass Schüler sogar von den Autofahrern angehupt werden, wenn sie mitten auf der Fahrbahn auf dieser Querungshilfe stünden. Während des Gesprächs ergab sich, dass diese Kennzeichnung für Fußgänger erst später aufgebracht wurde. Während der Markierungsarbeiten hatte es Fehler gegeben.
Wie wäre es mit einem Schild, welches darauf hinweist, dass hier Fußgänger die Straße kreuzen? Diese Frage ging an Peter Handsche, Ordnungsamtsleiter des Landkreises. „Würden hier täglich an die 600 Leute und Radler die Straße passieren, bestünde Handlungsbedarf. Das ist aber nicht der Fall. Dennoch könnte über eine Beschilderung nachgedacht werden”, so der Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Gut einsehbar sei der Bereich aber allemal. Zudem regte er an, für eine Woche über jeweils 24 Stunden das Verkehrsgeschehen an diesem Streckenabschnitt zu kontrollieren, um Aufschluss über Geschwindigkeit und Art der Fahrzeuge zu erhalten. Verkehrsinseln mit Aufpflasterungen wie sie die Marihner wünschen, seien übrigens nicht mehr machbar. Bergen diese doch große Unfallgefahren.
Aber auch die Wegeführung zum Ausbau Marihn sowie die fehlende Absperrung an einem Einlauf für Oberflächenwasser direkt neben der Straße wurden in der Diskussion angesprochen. Hans-Joachim Conrad, Dezernent im Straßenbauamt, verwies auf den Umfang der Baumaßnahme 2016. Dabei handelte es sich um eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Landkreis und Gemeinde. Das Gros der Kosten hatte der Bund übernommen.
Bei den noch anstehenden Fragen müsste die Kommune reagieren — der Hinweis ging an Mirko Meinhart, Erster Stadtrat von Penzlin. Dazu gehöre auch der kleine Platz direkt an der Ortseinfahrt von Marihn, auf dem eigentlich schwarz geparkt werde. Dieses Grundstück könnte Penzlin erwerben und es als Fläche für abzustellende Autos herrichten.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

22.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

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