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30.11.2017

Bald gibt’s hier was in bester Lage

Eine Baggerschaufel schafft Tatsachen im Dorf und Ende des Jahres wird von einem alten Stall nichts mehr zu sehen sein. Hier entsteht etwas für Bauwillige.

Lapitz. An diesem Bauzaun muss jeder vorbei, der in Richtung Wrodow oder Passentin unterwegs ist. Vorsichtiges Fahren ist angesagt dieser Tage auf der Straße unter den Linden in Lapitz. Denn dort leistet ein Abrissbagger ganze Arbeit, und das schon seit Ende Oktober.
Schon zu Jahresbeginn setzte die Gemeinde Kuckssee die alte leer stehende Stallanlage auf ihre Prioritätenliste mit der Absicht, sich endlich von ihr zu trennen. Das mit Feldsteinsockel errichtete massive Gebäude, das weit mehr als 150 Jahre auf dem Buckel haben soll, wurde noch zu DDR-Zeiten für die Tierproduktion genutzt. Danach zog die große Leere ein. Wie ein ungeliebter großer Klotz hatte Lapitz den Stall am Bein. Nachdem die Gemeinde Kuckssee das historische Landwirtschaftsgebäude erworben hatte, konnten endlich neue Pläne für den Ortsteil geschmiedet werden. Grundlage dafür bildete auch die Änderung der Abrundungssatzung für den Ort.
„Ist das Gelände beräumt, können wir es für den Eigenheimbau nutzen. Schließlich gibt es einige Interessenten, die in Lapitz ein Haus bauen wollen”, sagt Bürgermeister Norbert Böttcher. Der Abriss der Stallanlage kostet 140 000 Euro. Das Geld komme nach Aussage des Bürgermeisters aus dem Fördertopf des Landwirtschaftsministeriums, so dass Kuckssee keine Eigenmittel beisteuern müsse. Dennoch gebe es einen Deal mit Schwerin. So fließe später das eingenommene Geld für die veräußerten Bauplätze an den Fördermittelgeber zurück. Norbert Böttcher denkt, dass der Abriss zum Jahresende geschafft sein könnte und hofft, dass die Straßen rings um die Baustelle dabei keinen größeren Schaden nehmen. Musste die Hauptstraße doch zum Start voll gesperrt werden. Dabei nutzten nicht nur die Pkws die Umleitungsstrecke um den Dorfteich herum, die aber nicht für schwere Laster ausgelegt ist. Laut Andreas Werner vom Bauamt der Stadtverwaltung Penzlin werde von der Abrissfirma aus der Nähe von Alt Käbelich eine Fläche von 2500 Quadratmeter beräumt, auf der später bis zu drei Eigenheime Platz finden könnten. Sie befänden sich in bester Lage, also im Dorfkern zwischen Kirche und Gutshaus.
Alteingesessene Lapitzer sehen den Abriss mit einem lachenden und einem weinenden Auge, gehört der Stall doch zur Dorfgeschichte. Renate Klüver verweist auf die Ortschronik. Darin ist zu lesen, dass Gutsherr Neumann dieses Gebäude um 1814 errichten ließ. „Mein Großvater arbeitete in dem Stall als Melkermeister, später mein Vater und andere Familienmitglieder. Viele Kindheitserinnerungen ranken sich um diesen Bau direkt an der Dorfstraße”, erzählt sie und erinnert an das Storchennest, das viele Jahre auf dem Dach thronte.
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m.jacobs@nordkurier.de

30.11.2017 
Quelle: Nordkurier 

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