Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
24.09.2014

Bald soll das Urteil in Sachen Lebenspark fallen

Die Güteverhandlung um den Gutspark in Alt Rehse ist gescheitert. Und das, obwohl aus Sicht des Richters der Fall eindeutig ist. So langsam reißt ihm der Geduldsfaden.

„So kann es nicht weitergehen“, sagt Steffen Seligmüller mit hörbarem Frust in der Stimme. Die Geduld des Richters im Streit um den Gutspark in Alt Rehse ist aufgebraucht. „Setzen Sie sich an einen Tisch und reden Sie miteinander“, sagt er zum Grundstückseigentümer Gerd Preissing und zu Bernhard Wallner, einem der Köpfe hinter dem Projekt „Lebenspark“.

Rund zwei Jahre dauert der juristische Kampf um das Gelände schon. Räumungsklagen, Insolvenzverfahren, Anfang des Jahres drohte die Zwangsversteigerung. Jetzt ist am Dienstag vor dem Landgericht auch die Güteverhandlung gescheitert. Dabei sei die Rechtslage eigentlich klar, sagt Richter Steffen Seligmüller und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass Gerd Preissing das rund 64 Hektar große Gelände zurückbekommen wird. Am 21. Oktober soll ein Urteil verkündet werden. Bis dahin haben die Streitparteien Zeit, sich zu einigen. „Der Kläger war gutmütig. Es sollte eigentlich Ende 2013 schon eine Einigung geben. Irgendwann ist jetzt Schluss. Ich bin nicht mehr bereit, das hier ewig hinauszuzögern“, sagt Richter Steffen Seligmüller.

Nur ein Viertel des Preises gezahlt

2006 hatte Preissing das Gelände an das Unternehmenskonstrukt Lebenspark für 2 Millionen Euro verkauft. Davon seien bis zum heutigen Tag aber nur 530 000 Euro gezahlt, informiert Preissings Anwalt Horst Förster.

Obwohl sich viele Schulden angehäuft haben und gegen Bernhard Wallner ein Insolvenzverfahren läuft, zeigte der sich noch vor wenigen Wochen in einem Gespräch mit dem Nordkurier sehr optimistisch. „Wir sind im Gespräch mit Geldgebern. In den nächsten Monaten wird sich alles klären und auch der Eigentümer bekommt, was ihm zusteht“, sagte Wallner damals.

Investorin ist abgesprungen

Weniger zuversichtlich gibt sich Investorin Gabriele Wahl-Multerer. Sie hatte mit der Zusage für frisches Geld Anfang des Jahres die Zwangsversteigerung verhindert und eine rosige Zukunft in Aussicht gestellt. Im „Park am See“ sollte es Seminare, nachhaltige Landwirtschaft und Kulturveranstaltungen geben. „Die Investorin ist abgesprungen. Sie hat die Geduld verloren“, sagt Rechtsanwalt Förster. Ob sie noch umzustimmen ist, hängt auch davon ab, wie schnell nun das Grundstück wieder an Preissing zurückgeht.

Konzept war vielversprechend

Gabriele Wahl-Multerer wäre nicht die erste, die sich von dem Gelände verabschiedet. Denn im Februar vergangenen Jahres kündigte die Neubrandenburger Rethra GbR an, aus dem Park in Alt Rehse einen touristischen Magneten in der Tollenseseeregion machen zu wollen. Mit Grundstückseigentümer Gerd Preissing gab es bereits einen Vorkaufvertrag. Das Konzept war vielversprechend. Die Rede war von einem Restaurant im Schloss Lichtenstein, einem Café für Tagesgäste und einem Gastroangebot im Uferbereich. Es sollten Baumhäuser für Familien, Schulklassen und andere Gäste entstehen. Auch eine Adventure-Golf-Anlage, eine Schaumanufaktur und eine Freilichtbühne, auf der die Feuerinszenierung „Rethra – Ein flammender Mythos“ aufgeführt werden sollte, waren geplant. Mehrere Arbeitsplätze sollten entstehen. Den Plänen stand aber auch damals die ungeklärte Rechtssituation im Weg. Das Konzept landete zunächst in der Schublade und kam dort nicht mehr wieder heraus.

24.09.2014 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de