Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
20.06.2013

Bauvorhaben: Der Wind im Rathaus hat gedreht

Kommt jetzt die Windkraft-Wende? Aus der Penzliner Stadtverwaltung verlauten erstmals kritische Töne zum Projekt. Und das gleich von ganz oben.
Von Carsten Schönebeck

Penzlin. Blanke Nerven und schwere Vorwürfe bestimmen die Penzliner Windkraft-Debatte. Befürworter hoffen auf Gewinne für den eigenen und den städtischen Haushalt, die Gegner befürchten einen Verlust an Lebensqualität, sollten neue Anlagen entstehen. Jetzt kommt Bewegung zwischen die Fronten.
Hatte sich die Stadtverwaltung bisher betont unentschlossen gezeigt, ist der Geduldsfaden des Bürgermeisters inzwischen hauchdünn. Investoren und Grundstückseigentümer hatten der Stadt vor kurzem eine Gewinnbeteiligung angeboten (der Nordkurier berichtete). Doch auf konkrete Zahlen warten die Stadtvertreter weiterhin. Sie müssen am Ende entscheiden, ob neue Anlagen gebaut werden. Doch außer Zahlenspielerei sei bisher nichts gekommen, so Bürgermeister Sven Flechner (WPL). Die Unternehmen NOTUS Energy und VentoTec haben bereits Flächen vor den Toren der Stadt gepachtet. Offiziell wollen sie den neuen Windpark bereits im nächsten Jahr in Betrieb nehmen. Doch laut Flechner ist weiter unklar, wie hoch die Anlagen sein sollen, welcher Umsatz zu erzielen sei und was sie kosten. „Uns werden Versprechungen gemacht, aber inzwischen sind schon drei Mal Termine verstrichen“, so Flechner. Gründe dafür könne er nicht erkennen. Schließlich liefen die Gespräche schon seit dem vergangenem Jahr. „Uns werden enorme Summen in Aussicht gestellt, aber da ist nichts Belastbares.“ Die Stadt könnte zwei der sechs neuen Anlagen selbst betreiben. Zwischenzeitlich war die Rede von 300 000 Euro die so in den Haushalt fließen. Jedes Jahr. Doch Flechner zweifelt inzwischen an der Aufrichtigkeit der Unternehmen. „Wenn es schon jetzt Probleme gibt, wie soll das erst werden, wenn das Projekt tatsächlich genehmigt wird?“, fragt er.
Als Annäherung an die Bürgerinitiative ist das aber kaum zu verstehen. Deren Sprecher Norbert Schumacher hatte dem Bürgermeister in einem offenen Brief attestiert, man müsse die Bevölkerung vor seinen Machenschaften in Sachen Windkraft schützen. Flechner hält dagegen. „Da geht es doch nur um Krawall“, sagt er.

Kontakt zum Autor
c.schoenebeck@nordkurier.de
20.06.2013 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de