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28.05.2016

Besitzerwechsel: Neues Leben für Park Alt Rehse

Neue Runde für die frühere „Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ samt Park in Alt Rehse. Viel hin und her inklusive Gerichtsprozess hatte die in den letzten Jahren erlebt. Der bisherige Besitzer hat das mehr als 60 Hektar große, geschichtsträchtige Anwesen nun verkauft.

Alt Rehse. Der Park Alt Rehse mit der ehemaligen „NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ hat neue Eigentümer. Der bisherige Besitzer, ein Immobilienkaufmann aus Bayern, hat das Areal verkauft, wie Sven Flechner als Bürgermeister von Penzlin bestätigte. Alt Rehse ist einer der 18 Ortsteile der Stadt. Käufer seien ein Unternehmer aus Berlin und eine Unternehmerin aus Bayern. Sie wollten das mehr als 60 Hektar große und größtenteils denkmalgeschützte Areal am Tollensesee touristisch nutzen. Zum Kaufpreis gab es keine Angaben.
„Wir sind froh, dass es mit der Ungewissheit um den Park endlich vorbei ist. Auch wenn die neuen Besitzer ihr Konzept in einem ersten Gespräch noch nicht detailliert darstellen konnten, gibt es viele Hoffnungen. So könnte das Gelände durchaus eine touristische Ankereinrichtung in unserem Amtsbereich werden“, sagte der Bürgermeister.
In den vergangenen Monaten gab es viele Anfragen zu dem Gelände in Alt Rehse, auch ein Ferienhausbetreiber zeigte Interesse. „Uns ist vor allem wichtig, dass es einen öffentlichen Zugang zum Schiffsanleger am Tollensesee gibt“, fügte Flechner hinzu. Der Weg zum Anleger am See verlief bisher durch den Park. Das hätten die neuen Eigentümer auch zugesagt. Derzeit ist das Haupttor aber geschlossen. Der Zugang verläuft nach Flechners Angaben über einen Seiteneingang.
Die neuen Parkbesitzer haben inzwischen auch Wolfgang Köpp einen Besuch abgestattet. Er war von 1994 bis 2001 ehrenamtlicher Bürgermeister in Alt Rehse, brachte mehrere Ortschroniken heraus. Darin widmete er sich besonders auch der dort in der Zeit des Nationalsozialismus bestehenden Führerschule der Deutschen Ärzteschaft. „Gefragt war während dieses Gespräches mein Rat als passionierter Naturschützer und Ornithologe. Gern bringe ich mich in dieser Frage in die zukünftige Gestaltung des Parkes mit ein“, sicherte der Alt Rehser den neuen Dorfbewohnern zu.
In dem Park stehen zahlreiche Gebäude, die in der NS-Zeit der Schulung Hunderter Ärzte und Hebammen dienten. Nach dem Krieg war hier zeitweise ein Kinderauffanglager, später nutzten die Nationale Volksarmee (NVA) und von 1990 bis 1998 die Bundeswehr das idyllische Gelände. Der Bund verkaufte den Park samt Gebäuden später an den Immobilienunternehmer Gerd Preissing aus München.
Für besonderes Aufsehen sorgte 2006 der Versuch von Pächtern, einen „Tollense-Lebenspark“ dort einzurichten. Dieser sollte ein „Gegenentwurf zur bestehenden finanzkapitalistischen Gesellschaft“ sein. Der Initiator animierte viele Menschen, ihm Bürgschaften für einen Kredit über 300 000 Euro zu geben. Viele Mitbewohner brachten auch Geld in das Vorhaben ein. Wegen Finanzproblemen fälschte der Initiator 2010 sieben Bürgschaftsunterschriften, wie er später vor Gericht gestand. Dafür wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt. Die „gesellschaftskritische Gemeinschaft“ brach 2011 auseinander. Der Park fiel 2015 an Preissing zurück, der selbst dort aktiv werden wollte.
Die neuen Eigentümer wollten ihre Pläne demnächst in Penzlin vorstellen, hieß es. An die nationalsozialistische Zeit und die Folgen der damaligen Gesundheitspolitik erinnert ein Verein in einer Dauerausstellung außerhalb des Parkgeländes in Alt Rehse. Dort soll auch eine Begegnungsstätte entstehen.
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m.jacobs@nordkurier.de

28.05.2016 
Quelle: Nordkurier 

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