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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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03.08.2017

Blatt für Blatt durchs alte Städtchen

Die Penzliner sind ihrer Zeit voraus und schauen doch zurück. Jeden Monat auf die Historie ihrer Stadt zurückzublicken — das ermöglicht ein neuer Kalender für 2018. Er liegt schon jetzt in der Touristinformation aus, hat momentan nur äußerst wenige Exemplare.

Penzlin. Es sind noch fünf Monate und dann steht schon wieder der Jahreswechsel vor der Tür. Die Touristinformation in Penzlin ist schon darauf vorbereitet. Nahm Stadtmitarbeiterin Susan Lambrecht doch in dieser Woche die ersten Kalender für 2018 entgegen. Historische Ansichten aus Penzlin stehen im Mittelpunkt, geben diesem Produkt etwas Besonderes.
Sicher werden sie schnell vergriffen sein, da die Kalendermanufaktur Verden in Niedersachsen zunächst nur 20 Exemplare davon in Digitaldruck auflegte. Erst testen, dann die Stückzahl bei Bedarf erhöhen — scheint hier ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu sein, das auch in der mecklenburgischen Kleinstadt ausprobiert werden soll. Die Stadtfinanzen bleiben dabei unberührt.
Als Vorsitzende des Arbeitskreises Stadtgeschichte verwies Susan Lambrecht die Anruferin des Verlages an Wolfgang Fuhrmann in Alt Rehse. Schließlich hat er mehr als 500 historische Aufnahmen in seinem Archiv, die auch aus der Zusammenarbeit mit Kurt Köhn stammen. Beide brachten zum 750-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 2013 zwei Bildbände heraus. „Insofern war das Heraussuchen besonderer Motive keine große Herausforderung für mich. Im Gegenteil, damit kam eine reizvolle Aufgabe auf mich zu”, sagt der Alt Rehser, der viele historische Veröffentlichungen vorweisen kann. Darunter auch Themen aus Demmin, seinem Heimatort.
An die 30 Fotos schickte Wolfgang Fuhrmann per Mail an den Auftraggeber und unterbreitete Vorschläge für die einzelnen Monatsblätter. Gezeigt werden Aufnahmen aus dem Zeitraum 1895 bis 1945, die ganz typisch sind für Punschendörp. Dazu zählen die Marienkirche, die auf dem Dezemberblatt zu sehen ist, das ehemalige Rathaus am Markt, das Krankenhaus am Beyerplatz. Der Fachwerkbau gehörte im Kreis Waren einst zu den modernsten medizinischen Einrichtungen. Das Bahnhofsgebäude, das im Laufe der Jahre mehrere Veränderungen erfahren hat, bekam seinen Platz im Februar. Das älteste Motiv zeigt die Turmstraße von 1895, auf der im Hintergrund noch die Holländerwindmühle auf dem Mühenberg zu sehen ist. Und gezeigt werden auch die Penzliner selbst wie Familienangehörige und Angestellte der Schlachterei Wilhelm Trüde vor dem angestammten Geschäftshaus.
„Das Gros der Fotos erscheint in Schwarz-Weiß, wurde durch eine spezielle Technik etwas vergilbt gestaltet. Lediglich die Aufnahme von der Alten Burg ist eine handcolorierte Variante”, berichtet Wolfgang Fuhrmann und zeigt sich zufrieden mit dem Bilderkalender. Zumal dieser in einer ansprechenden Größe daherkommt. Viele Motive wirken nur im Großformat, zeigt sich der 65-Jährige überzeugt. Dass alle Bilder so eine gute Qualität haben, hänge mit den historischen Ansichtskarten zusammen, die Grundlage für den Kalender bilden. „Ansichts- und Fotokarten hatten früher vor allem einen ideellen Wert. Besondere Motive wie Luftaufnahmen erhielten ihren Platz im Familienalbum und konnten so über Jahrzehnte aufbewahrt werden”, sagt Fuhrmann. Mit dem neuen Kalender werde seiner Meinung nach wieder ein Stück Penzliner Historie aufgearbeitet. „Da im Krieg das Stadtarchiv mit Opfer der Flammen wurde, sind viele historische Dokumente vernichtet. Mit solchen Veröffentlichungen können Erinnerungen an früher aufgefrischt werden”, sagt der Autor und spricht damit auch für den Arbeitskreis Stadtgeschichte.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

03.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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