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25.06.2015

Bröckelnder Putz gibt viele Geheimnisse frei

Die Gerüste sind schon im vergangenen Jahr gefallen. Im zweiten Sanierungsabschnitt geht es um das Innenleben der Kirche in Ankershagen. Sie wird im nächsten Jahr 750 Jahre alt. Für die Geburtstagsfeier regen sich schon jetzt viele Hände.

Ankershagen. „Tritt ein! - Die Kirche ist offen“ ist auf einem Schild vor den Torpfeilern des Ankershagener Gotteshauses zu lesen. Und wer in diesen Tagen die Kirche betritt, der kann vielleicht einem Restaurator bei der Arbeit über die Schulter schauen. An der Ostwand im Kirchenschiff ist eine Rüstung für den Fachmann aufgebaut. Es geht um das Freilegen von mittelalterlichen Wandmalereien. „Sie wurden bereits in den 90er-Jahren an zahlreichen Stellen der Kirche entdeckt, waren über Jahre unter einer Putzschicht verborgen“, sagt Pastorin Angelika Finkenstein von der Kirchgemeinde Möllenhagen/Ankershagen. Alle diese historischen Fresken wieder sichtbar zu machen, das werde allein schon aus Kostengründen nicht gelingen. „Es ist hier total spannend und immer wieder gibt es Neues zu entdecken“, sagt die Pastorin.
Im Chorraum, in dem sich die Winterkirche befindet, konnten Restaurationsarbeiten bereits abgeschlossen werden. Die neue LED-Lampe bringt Licht auf die vielen aufgemalten Gestalten an der Decke. Sogar ein Eichhörnchen auf Ranken ist hier auszumachen.
„Die Kirche begeht im nächsten Jahr das 750. Jubiläum. Sie wurde am 1. Mai 1266 geweiht. Man geht aber davon aus, dass sie schon älter ist. Mit einer Festwoche und einem besonderen Gottesdienst wollen wir dieses Ereignis würdigen“, erzählt Angelika Finkenstein. Über zehn Personen haben sich im Festkomitee zusammengefunden, um die Organisation dieses Jubiläums mit zu unterstützen. Dazu zählen neben Kirchgemeindemitgliedern auch Bürgermeister Thomas Will, Museumsleiter Reinhard Witte und der einheimische Künstler Christoph Ludewig. Aber auch die Knüttfrugens, die Handarbeitsfrauen im Dorf, bringen sich ein. So hatte Heidelinde Müller die Idee, Leinenbeutel mit dem Kirchenmotiv zu besticken. Werden diese versteigert, würde wieder Geld für die Kirche zusammenkommen.
Ein erster Bauabschnitt bei der Sanierung des Gotteshauses konnte im vorigen Jahr abgeschlossen werden. Unterstützung kam dabei von der Landeskirche, vom Denkmalschutz und von der Reemtsma-Stiftung. Hier brachte sich aber auch der Förderverein der Kirche unter Leitung von Petra Ludewig ein, der zahlreiche Spender auch außerhalb des Kreises für dieses wichtige Anliegen fand. Nachdem die bauliche Hülle einschließlich Dach und Trockenlegen des Mauerwerkes saniert ist, steht in diesem Jahr in einem zweiten Bauabschnitt das Innere der Kirche im Mittelpunkt. Dazu gehören die Fresken ebenso wie die Erneuerung der Heizung, das Aufarbeiten des Altarbildes sowie Ausbesserungen am Gestühl.
Über 300 Euro kamen bei einem Orgelkonzert zu Pfingsten in den Spendentopf. Mit einer Krippenausstellung zu Weihnachten sollen weitere Gelder gesammelt werden. „Viele Touristen schauen sich die Kirche an und sind ganz begeistert von dem Bauwerk“, freut sich Pastorin Angelika Finkenstein. Neben den Fresken im Innenraum gibt es auch eine Außenmalerei zu entdecken, die ebenso alt sein muss wie die Kirche. Sie ist einzigartig in Mecklenburg und zeigt einen Christuskopf. Die Malerei wurde bei den Bauarbeiten entdeckt, als bröckelndes Gestein an der Fassade wieder befestigt werden sollte. „Es ist erstaunlich, wie sich diese Malerei trotz der Witterung über Jahrhunderte erhalten hat. Damals wurden vorwiegend Naturfarben genutzt“, ist von Christoph Ludewig zu erfahren. Geschützt wird dieses Außenbild heute mit einer abschließbaren Holzverkleidung, die nur zu besonderen Anlässen geöffnet wird.
Es gibt aber auch einen Geheimgang in der Kirche, den Anker von Ankershagen und weitere Schätze, über die die Pastorin zu berichten weiß. Auf dem Friedhof der Kirche findet sich das Grab von Louise Therese Sophia Schliemann (1793-1831). Ihr Sohn Heinrich ließ als reicher Kaufmann 1858 ein besonderes eisernes Grabkreuz aufstellen, das 2008 im Auftrag der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft restauriert wurde.

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m.jacobs@nordkurier.de

25.06.2015 
Quelle: Nordkurier 

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