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28.09.2017

Brauchen die Senioren eine teure Tiefgarage?

Ein städtisches Gebäude in Penzlin fürs Wohnen und für Begegnungen älterer Bürger umzugestalten, ist Ziel der Kommune. Jetzt liegt ein erster Entwurf vor, der aber wohl noch einige Diskussionen nach sich ziehen wird.

Penzlin. Nägel mit Köpfen zu machen, dazu ermunterte Bürgermeister Sven Flechner die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses. Schließlich soll das angedachte Seniorenhaus in der Großen Straße 4 nicht eine ähnliche Entwicklung nehmen wie der Berliner Flughafen, dessen Eröffnung noch immer in den Sternen steht. Stimme der Ausschuss der Entwurfsplanung zu, dann könne diese in eine Beschlussvorlage für die Stadtvertretersitzung am 10. Oktober eingehen. Gibt es dort ebenfalls grünes Licht, könnte die Verwaltung mit dem Einwerben von Fördermitteln beginnen. Schließlich stellen die Baukosten von 4,6 Millionen Euro eine ordentliche Hausnummer dar.
Doch im Ausschuss gingen die Meinungen zum Vorhaben weit auseinander. Der Beschlussvorschlag fand keine Mehrheit. Dabei regte sich die Kritik weder an der Sanierung des Gebäudes noch an den geplanten Neubauten mit barrierefreiem Zugang für die Bewohner. Knackpunkt in der Aussprache war das Thema Parken.
Laut Entwurf des Planers aus Greifswald werden für die Wohnanlage in der Innenstadt 25 behindertengerechte Stellplätze vorgesehen. Sie sind für die Mieter der 22 Wohnungen sowie für die Patienten der modernen Arztpraxis bestimmt.
Schon im Vorfeld hatte CDU-Stadtvertreter Bernd Ebert für eine Tiefgarage plädiert, da sie den älteren Menschen mehr Komfort bieten würde. „Wir bauen doch für die Zukunft. Und sicher würde diese moderne Anlage auch Senioren aus Neubrandenburg locken”, sagte er und nannte anschauliche Beispiele im Neustrelitzer Raum. Auch über ein Parkdeck könnte nachgedacht werden.
Fallen die geplanten Stellplätze mit 20 000 Euro ins Gewicht, so wäre gut das Zehnfache und mehr für den Bau einer Tiefgarage notwendig, gab der Bürgermeister zu bedenken. Die Stadtvertretung müsste dann entscheiden, woher das Geld dafür kommen soll.
Letztlich erhielt die Verwaltung den Auftrag, die Variante mit der Tiefgarage noch einmal mit dem Planer durchzurechnen, so dass das Thema in der Stadtvertretersitzung am 10. Oktober erneut auf die Tagesordnung kommen könnte.
Obwohl bereits 1946 errichtet, ist das Stadtgebäude in der Großen Straße 4 in gutem baulichen Zustand. Ist es saniert, soll die Arztpraxis in die Räume der Bibliothek umziehen. Die Lesestube wiederum bekommt ebenso wie das Archiv ein neues Domizil im Voß-Haus am Markt. Der jetzige medizinische Bereich soll bereits für den Seniorentreff genutzt werden, der in einem großen Verbinder zu einem der geplanten Neubauten seinen Stammsitz erhalten wird. Der Planer setzt auf 65 Plätze, die sowohl von den Bewohnern des Areals als auch von älteren Bürgern der Stadt genutzt werden können. Ein Treppenhaus mit Fahrstuhl, das als Anbau vorgesehen ist, soll auch den barrierefreien Zugang zur Tagespflege und zu den vier kleinen Wohnungen im Haus in der Großen Straße 4 ermöglichen.
Bauherr ist die Stadt Penzlin. Die Bewirtschaftung der Seniorenwohnanlage übernimmt die Penzliner Wohnungseigentumsgesellschaft als Tochter der Stadt. Das Bauvorhaben soll abschnittsweise angepackt werden.
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m.jacobs@nordkuier.de

28.09.2017 
Quelle: Nordkurier 

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