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11.01.2018

Breitbandausbau geht an Städten meist vorbei

Vor allem die Dörfer in der Müritzregion werden vom Breitbandausbau profitieren. Die Städte, die schon allein vorgeprescht sind oder wo private Versorger wie die Telekom aktiv sind, gehen in weiten Teilen leer aus.

Waren. Der Breitbandausbau für schnelles Internet ist das ehrgeizigste und finanziell aufwändigste Bauprojekt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte seit Bestehen des Großkreises. Immerhin rund 240 Millionen Euro sollen hier in den nächsten Jahren verbaut werden, damit auch in den entlegensten ländlichen Gebieten über Glasfaserkabel schnell im Internet gesurft werden kann – mit einem Tempo von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Das ist nicht nur für den privaten Gebrauch wichtig – auch Firmen benötigen dringend bessere Anschlüsse an das weltweite Netz. Die 240 Millionen Euro belasten die Kassen des Kreises und der Kommunen nicht, das Geld kommt von Bund und Land.
Momentan laufen laut Kreissprecherin Haidrun Pergande noch die europaweiten Ausschreibungen, die bei Investitionen in dieser Größenordnung notwendig sind. Wann die Arbeiten losgehen, könne noch nicht gesagt werden.
Allerdings profitieren nicht alle Landstriche von dieser Megainvestition, für die die Bundesregierung allein in diesem Jahr bundesweit vier Milliarden ausgibt. So ist beispielsweise die Stadt Waren komplett von der Förderung ausgeschlossen. Denn – und das ist der Haken – die Förderung gilt nur für Gebiete, wo das Internet zurzeit mit einer Geschwindigkeit von weniger als 30 Megabit pro Sekunde empfangen werden kann.
Vor drei Jahren hatte die Telekom in Waren bereits Glasfaserkabel verlegt, so dass hier zurzeit rund 30 Megabit pro Sekunde zu empfangen seien, sagt Bürgermeister Norbert Möller (SPD). Heute würde man diesen Schritt angesichts der Investitionen, die nun an der Stadt vorbeigehen, bereuen, doch aus damaliger Sicht sei das ein Fortschritt gewesen. Ein großer Nachteil sei es auch, dass die Glasfaserkabel nur bis in gewisse Verteilerkästen gehen – von dort gehen dann Kupferkabel in die Haushalte. Je mehr Personen gleichzeitig im Internet aktiv sind, desto schwächer werde das Signal vom Verteilerkasten. Das merke er auch selbst, berichtet Möller. Mit der jetzt anstehenden Investitionswelle wäre das anders – da würden die Glasfasterkabel bis ins Haus verlegt.
Außerdem seien Teile der Stadt bei der Telekom-Investition komplett außen vor geblieben. Das betreffe zum Beispiel die Gewerbegebiete Waren-Ost und Teterower Straße, ebenso die Ortsteile Warenshof und Rügeband. „Unsere Krux“, sagt Möller. Für diese Bereiche habe man Anträge gestellt, um später doch noch in den Genuss des Breitbandausbaus zu kommen.

Breitbandausbau

Aber auch in anderen Regionen wird nicht auf Kosten des Bundes gebuddelt. Penzlins Bürgermeister Sven Flechner (Wählergemeinschaft Penzliner Land) zeigt sich sehr enttäuscht. Große Teile der Innenstadt werden nicht in den Genuss schnellen Internets kommen. Die Telekom habe anscheinend 2015 bei der Regulierungsbehörde in Bonn den Ausbau auf 30 Megabit pro Sekunde mit der nach heutigen Maßstäben veralteten Vectoring-Technik für die Innenstadt angemeldet – damit fällt sie aus dem Investitionsplan des Bundes heraus.
Das Unternehmen habe sich natürlich die dichter bebauten Regionen herausgepickt, wo die Investition wirtschaftlicher erscheint. Allerdings sei bis auf einen neuen größeren Verteilerkasten am Rathaus noch nichts von der Telekom-Initiative zu spüren – sein Internet gehe genauso langsam wie vorher, sagt Flechner. Mit dieser Ausnahmeregelung für die privaten Investoren zeige sich die Unausgegorenheit der Pläne der Bundesregierung. „Das ist Murks“, so Flechner.
Große Teile von Röbel und Malchow sind ebenfalls vom Ausbau ausgeschlossen – in Malchow beispielsweise die Insel sowie die Bereiche rund um die Güstrower und die Mühlenstraße. Die Ursache ist die gleiche: Auch hier war schon die Telekom aktiv. Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos) hofft ebenfalls auf den zweiten und dritten Teil des Förderprogramms. Für Industrie und Schulen will er ohnehin Sonderbedarfe anmelden. Sein Ziel: Bis 2019 soll die ganze Stadt mit schnellerem Internet versorgt sein.
Auch Röbels Bürgermeister Andreas Sprick (CDU) verweist auf die Telekom, die in der Stadt schon aktiv war. Er sieht dadurch aber keine großen Nachteile: Denn die Telekom habe auch Glasfaserkabel verlegt – hier seien auch höhere Datengeschwindigkeiten als 32 Megabit pro Sekunde möglich. Gebremst würden diese nur dort, wo Kupferkabel vom Verteiler in die Haushalte führen.
Wer wissen will, ob sein Zuhause für den Ausbau vorgesehen ist, findet eine Karte auf der Internetseite des Kreises.

www.lk-mecklenburgische-seenplatte.de/breitband

11.01.2018 
Quelle: Nordkurier 

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