Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
29.07.2017

Camperglück auf der Kuhweide

Die ersten Hürden sind genommen, der B-Plan steht. Dort, wo heute noch Kühe weiden, will ein Ehepaar aus Rahnenfelde in Werder einen Naturcampingplatz und Ferienhäuser bauen. Die Erwartungen sind hoch. Denn außer Touristen hätte der Ort noch mehr davon.

Penzlin. Sie haben gut lachen und sind voller Optimismus. Haben Marie-Kristin und Dirk Lindemann den Abriss der alten Stallanlagen im Penzliner Ortsteil Werder doch schneller geschafft als gedacht. Die gut 4000 Tonnen Ziegel- und Betonbruch, die sich noch auf dem Gelände befinden, sollen als Recyclingmaterial für den Wegebau genutzt werden.
Genau vor einem Jahr stellte das Ehepaar, das in Rahnenfelde zu Hause ist, seine Investitionspläne in der Stadtverwaltung vor. Auf dem Areal der ehemaligen Tierhaltung sollen ein Naturcampingplatz und Ferienhäuser entstehen. Dabei geht es um eine Fläche von 7,5 Hektar, die mit der Lage am Großen Stadtsee von Penzlin beste Bedingungen für dieses anspruchsvolle Ziel bietet. Träger dieses Vorhabens ist die Seeweide GmbH Kohn, in der Marie-Kristin Lindemann als Geschäftsführerin fungiert.
„Inzwischen haben wir den Bebauungsplan in der Tasche, gingen alle dafür notwendigen Instanzen durch. Große Unterstützung gab es von der Stadtverwaltung. Die Beschlüsse zum ,Sondergebiet Tourismus Werder‘ wurden von den Abgeordneten einstimmig befürwortet”, freut sich Dirk Lindemann. Auch in Werder selbst gab es von den Einwohnern von Anfang an ein positives Echo. Verschwinden doch so die Ruinen, die das Dorf seit Jahren prägten.
Aber auch auf Einwände reagierten die Lindemanns. Schließlich wünschen sie sich ein Miteinander im Ort. Momentan werden die Bauunterlagen für das Genehmigungsverfahren beim Landkreis vorbereitet. Die Gespräche zur Finanzierung dieses Projektes gehen weiter. Auch beim Landesförderinstitut wurden die Penzliner vorstellig, um Unterstützung für gewerblich touristische Infrastruktur zu beantragen.„Wir denken, dass wir im nächsten Jahr mit den Erschließungsarbeiten starten können. Dann folgt der Wegebau und die Gestaltung des Naturcampingplatzes. Bis zu 120 Caravanplätze sind vorgesehen, dazu ein modernes Sanitärgebäude sowie Freizeiteinrichtungen”, kommt Dirk Lindemann, der beruflich als Bauingenieur tätig ist, auf die Terminkette zu sprechen.
Mit reichlich Fläche gebe es für diesen Platz ein Alleinstellungsmerkmal. So wird jeder Camper für seinen Wagen an die 140 Quadratmeter zur Verfügung haben. Ländlicher Charme soll das Areal ausmachen, das vor allem für Familienurlaub gedacht ist. So werden die Camper auch weidende Rinder zu sehen bekommen, die zur Mutterkuhhaltung der Seeweide GmbH gehören. Nach jetzigen Plänen soll der Campingplatz Ostern 2019 die ersten Gäste empfangen.
„Dann gehen wir erst in die Vermarktung. Wollen sehen, wie das neue Tourismusangebot ankommt. Weitere Pläne sehen den Bau von 25 Ferienhäusern vor. Doch dafür bleibt bis 2025 Zeit”, sagt Dirk Lindemann. Mit dem Campingplatz erhalte Penzlin eine weitere Ankereinrichtung für den Tourismus, der sich in der Kleinstadt noch nicht genügend etabliert habe. Aber auch Werder selbst bekomme eine Aufwertung mit den zu erwartenden Gästen. Mit dem Bau einer Abwasserdruckleitung für den Campingplatz werde zudem das Installieren neuer Versorgungsleitungen beispielsweise für Trinkwasser oder für die Gasversorgung im Ort möglich.
Während die alten Gebäude der Tierhaltung in Werder weitestgehend platt gemacht wurden, bleibt der alte Schafstall stehen. Seine Sanierung würde die Investoren gegenwärtig überfordern, hat er doch eine Grundfläche von 750 Quadratmetern. Erstaunlich ist das gut erhaltene Fachwerk in diesem historischen Bau, der vielseitige Verwendungsmöglichkeiten bietet. Doch die Lindemanns wollen sich zeitlich nicht unter Druck setzen und schon gar nicht Provisorisches anbieten.
Dass Teilnehmer der Mecklenburger Seen-Runde 2019 den Campingplatz in Werder ansteuern werden, das ist aber schon sicher. Fragte Cheforganisator Detlef Koepke doch schon mehrmals bei den Penzlinern nach.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

29.07.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de