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28.11.2016

Defa-Indianer erobert Ankershagener im Sturm

Manchen nennen ihn „DDR-Chef-Indianer“, andere „Winnetou des Ostens“ - egal wie, Gojko Mitic hat jedenfalls auch rund 40 Jahre nach seiner Karriere als Film-Indianer treue Fans. Auch in Ankershagen.

Ankershagen. Einmal Indianer, immer Indianer. Für Sigrid Gorgs ist das so. Die Frau aus Ankershagen hatte sich, kaum dass sie erfahren hatte, dass DDR-Chef-Indianer Gojko Mitic zu einer Lesung ins Schliemann-Museum kommen wird, schnell eine der begehrten Karten gesichert. Um ihrem Idol aus Kinder- und Jugendtagen nahe zu sein. Sorgfältig wird in ihrer Familie eine Original-Filmzeitschrift aus dem Jahre 1973 aufbewahrt – mit Gojko Mitic alias Film-Häuptling Tokei-itho auf dem Titelbild. „Mit diesen Filmen sind wir groß geworden, die Begegnung heute, das ist etwas Besonderes“, sagte Sigrid Gorgs.
Mitic kennt die Zeitschrift natürlich auch, kann sich an die Fotos gut erinnern, auch wenn es über 40 Jahre her ist. Schnell ein Foto mit Frau Gorgs? Kein Problem. Der „Winnetou des Ostens“ weiß, was er seinen Fans schuldig ist. Denn die verehren ihn seit Jahrzehnten. Dass der deutsch-serbische Schauspieler wohl auf ewig der „Indianer“ bleiben wird, das stört den heute 76-Jährigen überhaupt nicht. „Das ist eine Krone, die ich gerne trage“, sagte er am Sonnabend in Ankershagen – und vergaß aber auch nicht darauf hinzuweisen, dass er auch anders kann: Als Schauspieler am Schweriner Staatstheater zum Beispiel, wo er die Hauptrolle in der Musical-Bearbeitung von „Alexis Zorbas“ spielte.
Nach Ankershagen war er gemeinsam mit Fotografin Sandra Bergemann gekommen, um aus dem Buch „Gesichter der DEFA” zu lesen. Eine Sonderschau dazu ist noch bis 2017 im Ankershagener Museum zu sehen. 2001 hatte sich Sandra Bergemann als Abschlussarbeit selbst die Aufgabe gestellt, Defa-Größen für Porträtfotos vor die Kamera zu bekommen. „Ich stellte mir die Frage: Wo sind die alle hin? Was machen die?“, erzählte sie. Vielen erschien dieses Thema damals langweilig, uninteressant. „Ich wusste, das ist spannend. Das sind schließlich die Schauspieler, mit denen ich aufgewachsen bin.“ Es war zum Teil harte Arbeit, erzählte sie, die einstigen Defa-Größen dazu zu bewegen, sich der Fotokamera zu stellen, manche brauchten gar Jahre, um sich dazu zu entschließen. Und mit einigen war es schwierig, überhaupt ein Foto zu schießen, erinnert sich die Fotografin. Das Buch, das aus der Abschlussarbeit entstand, jedenfalls hat den Nerv der Zeit getroffen. 30 Ausstellungen hat Sandra Bergemann inzwischen mit ihren Aufnahmen schon bestritten - weltweit. Und ihr Buch „Gesichter der DEFA” ist längst vergriffen.
Gojko Mitic, der von Museumsleiter Reinhard Witte durch das Schliemann-Museum geführt wurde, schaute sich die Sonderausstellung „Gesichter der DEFA” in Ankershagen selbst auch noch einmal an. Vor der Aufnahme von Herbert Köfer, einem anderen Defa-Schauspieler, der von Sandra Bergenmann als ehemaliger Pferderennsportler zusammen mit einem Pferd abgelichtet wurde, stutzte er: „Das Pferd müsste doch eigentlich mit auf meinem Foto sein.“ Wie gesagt: Einmal Indianer, immer Indianer....
Übrigens kehrt Gojko Mitic zu Weihnachten mit einer Winnetou-Neuverfilmung auf den Fernsehbildschirm zurück. Für die Rolle des Winnetous ist Mitic inzwischen zu sehr in die Jahre gekommen, sagt er selbst, aber: „Ich spiele Winnetous Vater, auch nicht schlecht.“

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de

28.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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