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19.02.2016

Dem Verbund der Museen fehlen noch ein paar PS

Beschlossen ist der neue Verbund. Der praktischen Umsetzung aber liegen noch Steine im Weg. Und die liegen manchem in den drei betroffenen Museen damit auch im Magen.

Ankershagen/Demmin. Theoretisch sollte es die neue Museen-Gesellschaft des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte zwar schon geben, doch praktisch lässt sich der gemeinnützigen „MuSeEn gGmbH“ offenbar nicht so schnell Leben einhauchen, wie es der Kreistag beabsichtigte.
Er hatte im Dezember vorigen Jahres beschlossen, seine Anteile an der Mirower „Welcome Center Mecklenburg-Strelitz GmbH“ (WCC) an die gleichfalls kreiseigene Wirtschaftsfördergesellschaft „wfm“ in Demmin zu übertragen. Die Demminer Gesellschaft wiederum, die im Juli den Dienst aufgenommen hatte, sollte aus dem Center auf der Mirower Schlossinsel, dem Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen und dem Agroneum Alt Schwerin unter ihrem Dach die neue Museumsgesellschaft formen.
Sinn und Zweck der etwas geschraubt anmutenden Übung: Der Landkreis wollte damit seinen Museen die Gemeinnützigkeit retten und im Fall des Schliemann-Museums auch den werbewirksamen Blaubucheintrag. Beides war bedroht, nachdem der Kreistag trotz Warnungen schon 2014 beschlossen hatte, die Museen an seine damals noch geplante, nicht als gemeinnützig eingestufte Wirtschaftsfördergesellschaft zu übertragen.
Zum 1. Januar dieses Jahres, so sah es nun der Beschluss vom Dezember vor, sollte die WCC an die wfm in Demmin übergehen. Doch ein formaler Anteilsverkauf ist das eine, die Gründung einer de facto neuen Gesellschaft das andere. Noch fehlen dafür Grundvoraussetzungen wie derGesellschaftsvertrag, und wfm-Geschäftsführerin Sabine Lauffer kann denn auch auf Fragen nach der MuSeEn gGmbH nicht viel mehr als vage bleiben. „Es kommt darauf an, inwieweit die Museen integriert werden, ob es eine Nutzungsvereinbarung gibt oder ein Betreibermodell, das ist alles noch offen. Fusionen gehen nicht über Nacht, und wir wollen es richtig machen.“
Beruhigend vor Ort wirkt solch ein Schwebezustand nicht gerade. Insbesondere im Schliemann-Museum, das erst kürzlich Eckpunkte seines neuen Jahresprogramms festgelegt hat – unter anderem mit den traditionellen Sonntagsvorträgen, einer Sonderausstellung über Archäologie im 19. Jahrhundert, Kinderveranstaltungen und einem griechischen Fest –, sollen dem Vernehmen nach Zukunftssorgen herrschen. Wie berechtigt sie sind, steht auf einem anderen Blatt. Sabine Lauffer zumindest betont, dass sie die Gemeinnützigkeit der Einrichtung erhalten will, und zeigt sich nicht nur begeistert vom Leben und Wirken Schliemanns, sondern sieht in seinem Namen auch so etwas wie eine Marke – ein Ziel jedes Marketingexperten. Aber, meint sie auch, das Museum müsse besser vermarktet werden.
Seit Monatsbeginn hat sie mit Marcel Brandhorst in Demmin einen kaufmännisch Verantwortlichen für die drei Museen. Unter anderem gehe es um die Frage, ob Prozesse gestrafft werden können, sagt sie. „Ein Ansatz ist zu schauen, was die Museen gemeinsam haben. Natürlich immer den Gast, der ist für uns wichtig. Und der Museumsbesuch ist eine Reise in die Vergangenheit, ob man nun in das ländliche Leben von früher zurückgeht wie im Agroneum, in die Jahrtausende wie in Ankershagen oder in die barocke Gesellschaft und ihre royalen Strukturen wie in Mirow. Das ist der gemeinsame Nenner, mit dem wir die Gäste bezaubern wollen.“ Bisher sei das alles noch in der Vorbereitungsphase, ebenso wie die MuSeEn gGmbH. Die, so hofft Sabine Lauffer, könnte man vielleicht bis Jahresmitte hinbekommen. Allerdings hänge das beispielsweise auch von Zusagen des Finanzamts ab. Und sie weiß: „Das kann Monate dauern.“
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g.wagner@nordkurier.de

19.02.2016 
Quelle: Nordkurier 

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