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20.02.2018

Der Fall Sarah H. schreibt TV-Kriminalgeschichte

Ein TV-Bericht über die zu Tode gequälte Sarah H. aus Alt Rehse lenkte jetzt die Blicke der Nation einmal mehr nach Alt Rehse. Einwohner sprachen über das Opfer und seinen Peiniger. Und auch die Frage, wann der Prozess wieder aufgerollt wird, bewegt die Gemüter.

Alt Rehse/Neubrandenburg. „Tödliche Liebe“ – zwei Worte einer Fernsehsendung sollten das Leben einer jungen Frau zusammenfassen, das in Alt Rehse auf dramatische und gleichsam spektakuläre Weise beendet wurde. „Tödliche Liebe“ – so hatte der Sender Kabel 1 seinen Beitrag am vergangenen Sonntag über den Fall der zu Tode gequälten Sarah H. betitelt. Damit gelangte ihre tödliche Geschichte nicht nur erneut zu traurigem Ruhm, sondern lenkte die Blicke der Nation einmal mehr in das beschauliche Alt Rehse.
In der TV-Serie „Die spektakulärsten Kriminalfälle“, kamen auch Leute aus dem Dorf zu Wort, berichteten, wie sie den Lebensgefährten und Peiniger der damals 32-Jährigen und das Paar wahr nahmen. Zur besten Sendezeit flackerte das Leben der jungen Frau über den Bildschirm – in einem Zuge mit anderen vom Sender auserkorenen Fällen wie dem des Kannibalen im hessischen Rotenburg-Wüstefeld oder des US-Serienkillers Todd Kohlhepp.
Neben TV-Juristen und Kriminalpsychologen war in der TV-Serie auch die populäre deutsche Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen zum Fall Sarah H. zu Wort gekommen. Sie bezeichnete das Schicksal der jungen Frau als „Verkettung von Bizarrerien beiderseits“.
Alt Rehser hoffen seit der Festnahme des Peinigers von Sarah H. , dass „nach dem Medienrummel und sensationslüsternen Publikum“ wieder Ruhe ins Dorf einkehrt und Axel Ingo G. nie mehr zurück kommt. Ob diese Wünsche in Erfüllung gehen, ist unklar. Der Fall soll demnächst wieder aufgerollt werden.
Wann genau das sein wird, das steht noch nicht fest. Bis dato, so informierte Tanja Krüske, Richterin und Pressesprecherin am Landgericht Neubrandenburg am Montag auf Nachfrage, gibt es noch keinen Termin. Bei so einem Fall sei man angehalten, so schnell wie möglich zu beginnen, die Kammer sei auch dabei, sich abzustimmen. Vor Ostern rechne sie aber nicht mit einem Prozessbeginn. 
Ein erneuter Prozess war nötig geworden, nachdem der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe das Urteil des Landgerichts Neubrandenburg – Axel Ingo G. war zu fünf Jahren Haft verurteilt worden – im Oktober 2017 aufgehoben hatte. G.s Verteidiger hatte Revision eingelegt. Nun wird es darum gehen, herauszufinden, ob der Verurteilte schuldunfähig ist oder nicht. „Der Geisteszustand des Angeklagten“ sei bei der Urteilsfindung nicht ausreichend berücksichtigt worden, so der BGH.
Laut eigener Aussage war der Alt Rehser zur Tatzeit davon überzeugt, der Bundesnachrichtendienst forsche ihn aus und habe Sarah H. als Spitzel zu ihm geschickt. Mit der Folter habe er Informationen erpressen wollen. Diesem „behaupteten Motiv“, heißt es im BGH-Beschluss, habe „ersichtlich eine Wahnvorstellung zu Grunde“ gelegen. Möglicherweise habe G. seine Tat nicht als unrecht empfinden können.
Zwei Stunden lang soll der 52-jährige Axel Ingo G. im Sommer 2016 mit einer Lederpeitsche auf die nackte, gefesselte Sarah H. eingedroschen und ihr etwas zu Trinken verweigert haben. Das Neubrandenburger Landgericht hatte es als erwiesen angesehen, dass sie an den Folgen der Misshandlung starb. In Plastiksäcke gewickelt, hatte der Mann die Leiche mehrere Wochen im Haus aufbewahrt. Nur durch einen zufälligen Polizeieinsatz wurde sie gefunden und G. festgenommen.
Kontakt zur Autorin:
c.goels@nordkurier.de

20.02.2018 
Quelle: Nordkurier 

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