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22.01.2016

Der Kapitän geht von Bord, doch der Steuermann bleibt

Wenngleich langfristig angekündigt, so sorgen personelle Veränderungen bei der Penzliner Feuerwehr doch für Unruhe. Ein Generationswechsel steht an, der aber in letzter Minute etwas leichter fällt.

Penzlin. Der Mann war auf dem Großen Stadtsee verunglückt. Bei Werder ins Eis eingebrochen. Mit einem Überlebensanzug und einfachen Mitteln wie Ring und Leiter retteten ihn die Kameraden der Amtswehrgruppe Penzlin am Mittwoch. Zum Glück nur eine Übung. „Die Bedingungen sind gut. Denn wir haben nicht jedes Jahr eine Eisschicht auf dem See“, sagt Peter Bartloff, der stellvertretender Ortswehrführer ist.
Der Kälte zu trotzen und dabei einen klaren Kopf zu bewahren, das bewegt ihn dieser Tage besonders. Aber nicht nur ihn. Auch für Ortswehrführer Uwe Goldenbaum ist die Vorbereitung der Jahreshauptversammlung für den 20. Februar diesmal etwas anders. Denn vor gut einem Jahr hatten beide Vorstandsmitglieder bei eben dieser Zusammenkunft ihren Rücktritt für 2016 angekündigt.
„Dafür gibt es mehrere Gründe. Wir wollten rechtzeitig Bescheid sagen, damit die Neubesetzung unserer Posten langfristig geplant werden kann“, gibt Uwe Goldenbaum zu verstehen. Gesundheitliche und auch berufliche Fragen waren für den 55-Jährigen ausschlaggebend, der als Betriebsingenieur für Hochspannungsanlagen bei einem Energieversorger in Demmin arbeitet. Bei Peter Bartloff, von Beruf freier Handelsvertreter, waren die Beweggründe ähnlich. Über 20 Jahre gehörte die Feuerwehr zum Alltag der beiden Penzliner. Doch nun sei ein Generationswechsel angesagt. Was aber nicht heißen soll, dass Wehrführer und Stellvertreter der Truppe absolut den Rücken kehren wollen.
„Ob neues Gerätehaus, Anschaffung moderner Technik sowie der Aufbau von Kreisausbildung und Führungsgruppe – ich habe hier so viele Dinge miterleben dürfen. Die langjährigen Erfahrungen weiter zu geben und meinen Nachfolger noch ein wenig einzuarbeiten, dafür bleibe ich weiterhin Mitglied in der Wehr“, hat sich Uwe Goldenbaum entschieden. Und nach der Vorstandssitzung am Dienstag, an der sich auch Bürgermeister Sven Flechner als Dienstherr der Truppe beteiligte, gibt es eine Überraschung. „Ich werde erneut für den Vorstand kandidieren, der in der Mitgliederversammlung am 5. März gewählt wird“, bringt Peter Bartloff den Abschied doch nicht über sich.
Damit kann auch Amtswehrführer Uwe Henning gut leben. „Die Stelle des Ortswehrführers bleibt auf jeden Fall neu zu besetzen. Ich denke, dass sich aus den Reihen der Kameraden jemand dafür bewerben wird“, stellte er fest. Neben dem fachlichen Vermögen gehe es um das Organisationstalent sowie um die Fähigkeit, die Gruppe gut zusammen zu halten. Bewerbungen können in der Stadtverwaltung beim Bürgermeister eingereicht werden.
45 Mitglieder zählt die Stützpunktwehr Penzlin, die im Vorjahr zu 15 Einsätzen ausrückte, meist zu technischen Hilfeleistungen. Dass die Personaldecke für den Vorstand gegenwärtig etwas kurz sei, habe mit dem Weggang vieler junger Leute zu tun. „Zehn Mann haben allein wegen des Jobs Penzlin verlassen, sind nach Hamburg oder auch Bayern gezogen. Für uns war das wie ein Aderlass, da das Gros von ihnen bereits eine gute Ausbildung in den Reihen der Feuerwehr erfahren hatte“, sagt Peter Bartloff.
Unverzichtbar sind die älteren Kameraden wie Lothar Kittner, der schon Rentner ist. Auch wenn er sich nicht mehr an Einsätzen beteiligt, erfüllt er seine Aufgaben als Gerätewart noch voll und ganz. Das habe mit Kameradschaft und Gemeinsinn zu tun.
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22.01.2016 
Quelle: Nordkurier 

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