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21.08.2015

Die Angler toben, denn still soll der See ruhen

Kleingedrucktes auf Verträgen wird oft nicht gelesen. Nun ist der Ärger bei den Anglern von Ankershagen groß. Mit dem Ende des Pachtvertrages sollen die nun ihre Bootsschuppen am Mühlensee abreißen.

Ankershagen. Ein ruhiges Gemüt und Ausdauer zeichnen den Angler aus. Zumindest dann, wenn er die Rute auswirft. In Ankershagen sind die Petrijünger gegenwärtig aber mehr als beunruhigt, ja sogar mächtig verärgert. Denn zum Jahresende laufen ihre Pachtverträge für die Bootsschuppen am Mühlensee im Müritz-Nationalpark aus. Diese einfach zu verlängern geht aber nicht, im Gegenteil: Die Schuppen sollen abgerissen werden.
„Diese Information ist nicht neu“, stellte Joachim Kobel, Leiter des Sachgebietes Flächenentwicklung und Schutzzweckrealisierung des Müritz-Nationalparkamtes, auf der Gemeindevertretersitzung klar. Dabei verwies er auf die Nutzungsvereinbarungen aus dem Jahre 2007, die die Pächter mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) abgeschlossen hatten. Der Mühlensee befindet sich in Eigentum des Bundes. Die Pacht endet zum 31. Dezember 2015 und mit der Unterschrift wurde damals auch der Rückbauverpflichtung zugestimmt.
Die Abrissbirne droht demnach 14 Bootsschuppen am See, die aber nicht in einer Reihe liegen. Mitunter sind es auch Einzelbauten, so dass die Schuppen an mehreren Uferbereichen zu finden sind. „Als untere Natur- und Forstbehörde bereitet uns diese Anordnung nicht nur Probleme bei der Zuwegung. Unser Ziel ist es, den Uferbereich gemäß der Nationalparkverordnung wieder seiner natürlichen Entwicklung zuzuführen“, erläuterte Joachim Kobel. Als Alternative stellte er die Idee einer Gemeinschaftssteganlage für die Angelkähne vor. Und zwar direkt an der Badestelle.
„Ich bin komplett dagegen. Denn dadurch sind Unfälle am Steg vorprogrammiert, für die ich haften müsste“, gab Bürgermeister Thomas Will ganz deutlich zu verstehen. Andere sehen Gefahren für ihr Hab und Gut. Liegen die Boote in Sichtweite und sind für jedermann zugänglich, haben Randalierer die Chance zum Austoben. Zudem könnten die Kähne geklaut werden. Ruder und Bootszubehör müssten vom Parklatz an die 400 Meter zu Fuß mitgeschleppt werden. Um diese Hürde zu umgehen, sei nach Vorschlag des Nationalparkmitarbeiters das Anbringen einer verschließbaren Box im Strandbereich möglich. Worauf die Angler den Gegenvorschlag machten, die Bootsschuppenanlage zu verkleinern und nur in einem Uferbereich unterzubringen.
„Wir sollten dieses Problem nicht unterschätzen. Der Bund will uns sicher nicht ärgern, wohl aber das Nationalparkamt. Als Anliegergemeinde sollten die Bürger von Ankershagen gewisse Sonderrechte bekommen. Was will man uns denn noch alles wegnehmen? Kein Wunder, dass immer mehr Einwohner die Region verlassen, allen voran unsere Jugendlichen“, brachte sich Gemeindevertreter Ulrich Schmiechen in die Debatte ein. Für ihn sind Angler zudem überzeugte Naturschützer. Tags zuvor hatte der Ankershagener übrigens Till Backhaus auf dieses Problem angesprochen. Und der hatte für einen Kompromiss plädiert – zumal Ankershagen nicht in der Kernzone des Müritz-Nationalparks liege.
Um wieder Sachlichkeit in die Debatte zu bekommen, warb die stellvertretende Bürgermeisterin Steffi Möller für einen Vor-Ort-Termin am Mühlensee. Daran sollten neben Vertretern der BImA, des Nationalparkamtes und der Gemeinde auch Mitglieder des Anglerverbandes teilnehmen. Schließlich müsse bis Ende des Jahres eine Lösung gefunden werden.
2019 laufen weitere Pachtverträge aus – für die Anlagen am Wittsee. Dort soll nach Mitteilung der Naturschutzbehörde dann gar nicht mehr geangelt werden dürfen. Damit steht für die Hobbyfischer von Ankershagen das nächste Problem vor der Tür.

Kontakt zur Autorin
m.jacobs@arcor.de

21.08.2015 
Quelle: Nordkurier 

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