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18.10.2017

Die Burgfrau nimmt Abschied auf Raten

Im Team des Burgmuseums Penzlin gibt es einen Wechsel: Irmtraud Kittner, die nicht nur die organisatorischen Fäden im Haus knüpfte, geht in den Ruhestand. Es bleibt aber noch Zeit, die Nachfolgerin einzuarbeiten.

Penzlin. Wie oft sie die Kellertür in der Alten Burg geöffnet hat und in die Verliese samt Folterkeller hinabgestiegen ist, das kann Irmtraud Kittner nicht genau sagen. Auf jeden Fall hat sie sich dabei des Öfteren den Kopf an der niedrigen Decke gestoßen. Darum geht allen Führungen ein mahnendes „Vorsicht!” voraus, um die Besucher vor Schaden zu bewahren.
Seit 1998 kümmerte sich die 65-Jährige um den Verwaltungsbereich des Burgmuseums, um den Personaleinsatz, die Planungen, Führungen und Besucherlenkung. Als rechte Hand von Museumsleiterin Andrea Rudolph unterstützte die Penzlinerin sie auch darin, Fördermitteln zur Erweiterung und Modernisierung der Ausstellung, die sich schwerpunktmäßig der Hexenverfolgung im norddeutschen Raum widmet, zu beantragen.
„Dabei war ich ein Seiteneinsteiger was sowohl die Museums- als auch die Verwaltungsarbeit anbelangt”, sagt Irmtraud Kittner, die sich zum Ende des Monats in den Ruhestand verabschiedet.
In die Lehre ging die gebürtige Warenerin, die in Kraase aufwuchs, im Fotogeschäft von Klaus Steindorf-Sabath in der Müritzstadt. Die Ausbildung zur Fotolaborantin kam ihr das ganze Berufsleben zugute. Auch als sie im VEG Saatzucht Bornhof arbeitete. Da lichtete sie nicht nur Pflanzen ab, sondern lernte auch Wilfried Bölke kennen. Der spätere Leiter des Schliemann-Museums in Ankershagen bot mit den Exponaten des Troja-Ausgräbers besondere Fotomotive.
Aber auch während der ABM-Zeiten in Penzlin brachte sich Irmtraud Kittner mit ihrem Fachwissen ein. Wie zum Beispiel beim Sichten der Unterlagen gemeinsam mit Ulrike Pörner, die von der einstigen Kautabakfirma Priemdis geborgen werden konnten. Dass es mit einer Festanstellung in der Stadt Penzlin klappte, die Träger des Museums ist, war für Irmtraud Kittner ein besonderer Moment. „Ich bin immer gern zur Arbeit gegangen, zumal wir hier auf der Burg ein eingespieltes Team sind. Dazu trugen aber auch die freundlichen und dankbaren Gäste bei, denen wir täglich begegnen”, sagt sie.

Liebster Platz in der Burg ist das Kinderspielzimmer

Angesichts der vielen Veränderungen in der Alten Burg, die in den vergangenen Jahren mit finanzieller Unterstützung von Land, Kreis, Müritz-Sparkasse, Jost-Reinhold-Stiftung und Förderverein Alte Burg umgesetzt werden konnten, hofft die Verwaltungsfrau auf mehr Besucher. Vielleicht könne in diesem Jahr die 20 000er-Grenze mal wieder geknackt werden. In Hochzeiten verzeichnete die Alte Burg sogar 33 000 Besucher.
„Am liebsten halte ich mich in Kinderspielzimmer der Burg auf, das den Blick auf den zwölf Meter hohen Rauchfangmantel der mittelalterlichen Schwarzküche freigibt und mit einem Computerspiel im Hexenkessel lockt”, schwärmt die angehende Seniorin, die derzeit ihre Nachfolgerin einarbeitet.
Seit dem 1. Oktober ist Julia Zietlow aus Groß Nemerow in der Stadtverwaltung Penzlin angestellt und übernimmt die Aufgaben der Museumspädagogik, Besucherführungen und Verwaltungen. Die Burgmitarbeiterinnen zeigen sich begeistert von der neuen Mitarbeiterin. Bringt die 30-jährige Kunsthistorikerin, die vor der Geburt ihres Sohnes im modernen Kunstmuseum Ahrenshoop arbeitete, doch viele Ideen mit nach Penzlin. Und sie kennt sich mit Technik aus. „Ein erstes Projekt hängt mit der Neugestaltung des Barlach-Raumes zusammen. Es wird mir Mitte November wohl die erste Führung bescheren”, blickt Julia Zietlow einige Wochen voraus.
In Absprache mit ihrem Arbeitgeber hat sich Irmtraud Kittner entschieden, der Burg noch nicht ganz Lebewohl zu sagen. So will sie das Team in der nächsten Zeit noch ab und zu stundenweise unterstützen. Auf jeden Fall freut sich die Penzlinerin darauf, im Ruhestand mehr Zeit für die Familie, für den Garten, fürs Reisen und natürlich auch fürs Fotografieren zu haben.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

18.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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