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03.09.2018

Die Formel 1 für den kleinen Mann

Ganz so schnell wie die Formel-1-Rennwagen werden sie nicht. Verstecken müssen sie sich deswegen aber nicht. Am Wochenende traten in Penzlin Modellbauer mit ihren Booten gegeneinander an. Mit dabei: Ein Vize-Weltmeister aus Leipzig, der zu beeindrucken wusste.

Penzlin. Der idyllische Stadtsee von Penzlin wurde am Wochenende zur Rennpiste. Denn der Modellbauclub Penzlin lud wieder Modellbauer aus der ganzen Republik ein, die ihre Boote auf Dreieckskurse gegeneinander antreten ließen.
Die Seeschlacht auf dem Stadtsee hat eine lange Tradition. Seit 1970 gibt es den Pokal der Stadt Penzlin schon. Dadurch sind langjährige und enge Freundschaften zu anderen Vereinen gewachsen und so kamen auch wieder Gäste aus Zittau, Sassnitz, Dortmund und Leipzig, wie etwa Jürgen Winkler. Der 67-Jährige ist kein Unbekannter in der Boot-Modellbau-Szene. Im August 2017 sicherte sich Winkler in einer der Klassen mit einem seiner Boote den Vize-Weltmeistertitel in Ungarn. Nun ging er zum achten Mal, schätzt er, in Penzlin an den Start – und wusste auch hier wieder zu überzeugen.
Sein schwarzes Rennboot fuhr die rund 100 Meter des Dreieckskurses in 10,8 Sekunden – Bestzeit! „Jeder versucht ungefähr das selbe Boot ins Rennen zu schicken, aber die Feinheiten machen letztlich den Unterschied”, sagt Winkler. Sein Siegerboot hat er komplett selbst entworfen. Von der Idee bis zur Fertigstellung sind etwa zwei Jahre vergangen, sagt der Tüftler. Carsten Fischmann, der 2017 den Vereinsvorsitz des Modellbauclubs von Eric Langel übernommen hat, fügt an, dass im Schnitt 400 bis 500 Arbeitsstunden vergehen, bis ein Boot fertig ist.
Winklers sieben PS-Boot, das er ausschließlich für die sogenannte F1V15-Klasse (frei gebaute Modelle mit Verbrennungsmotor) entworfen hat, hat bereits einige Jahre auf dem Buckel. 2006 stellte Winkler es fertig. „Es hat ein paar Blessuren aber funktioniert immer noch gut.” Er fügt an: „Boote dürfen auf dem Wasser nicht zu laut sein. Sonst wird man disqualifiziert. Ohne Schalldämpfer wäre mein Boot noch schneller.” Mit Schnelligkeit kennt sich der Leipziger aus: Winkler hält den Welt- und Europameister-Rekord mit Elektroantrieb.

Slalom lässt keine Höchstgeschwindigkeit zu
Die kleinen schnellen Renner erreichen locker Geschwindigkeiten von 70 bis 100 Stundenkilometer. Ganz so schnell wurden sie auf dem Stadtsee aber nicht. Denn die Kapitäne, die mit der Fernbedienung am trockenen Ufer stehen, müssen die Rennboote auch im Slalom um Bojen steuern, die nur einen Meter auseinander liegen. „Da kommt es auf Geschicklichkeit, Fingerfertigkeit und gute Wetterbedingungen an”, sagt Carsten Fischmann. Und um optimale Bedingungen zu haben, ging es bereits früh am Tag los.
Zur Freude der Teilnehmer spielte das Wetter mit. „Das Wetter kann sich jederzeit ändern und starken Einfluss auf den Turnierausgang haben. Hier ging alles gut. Ohnehin sind wir zufrieden. Es hat alles super geklappt. Die Stadt hat uns auch wieder gut unterstützt”, so Fischmann, der mit seinem Boot am Wochenende ebenfalls an den Start ging.
Fischmann und Winkler haben einige Gemeinsamkeiten. Beide fingen in jungen Jahren mit dem Basteln, dem Modellbau an. Bei Fischmann ging es vor allem um Flugzeugmodelle. Damit kennt sich auch Winkler aus. Neben seinen Booten versucht er sich auch an Hubschraubern. Aber das sei wirklich nur Hobby, nicht auf Wettkampfebene, sagt er. „Sich mit technischen Sachen zu beschäftigen, sich in Wettkämpfen zu messen und immer wieder Leute zu treffen, die man über die Jahre kennengelernt hat, macht einfach Spaß”, erklärt er.

03.09.2018 
Quelle: Nordkurier 

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