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12.10.2017

Die Hunde-Versteherin

Gesine Gumzow ist Physiotherapeutin – doch ihre Kunden sind speziell. Denn die Penzlinerin hilft Hunden, wieder auf die Beine zu kommen. Dafür braucht sie Einfühlungs-vermögen und viel Geduld.

Penzlin. Patienten, die die Praxis von Physiotherapeutin Gesine Gumzow besuchen, haben die üblichen Beschwerden: Rückenschmerzen, Probleme mit der Hüfte oder Schmerzen in den Gelenken. Allerdings behandelt Gesine Gumzow keine Menschen, sondern Hunde. „Die Arbeit mit Hunden macht mir besonders Spaß”, sagt sie. Über Umwege fand sie zu ihrem Traumberuf. Nach einer Ausbildung zur Tierarzthelferin, kam sie zur Hundephysiotherapie und eröffnete schließlich Ende 2014 ihre erste Praxis in Penzlin. Einen anderen Job kann sie sich seitdem nicht mehr vorstellen: „Es freut mich, wenn ein Hund nach meiner Behandlung durch die Gegend springt und ich ihm seine Lebensenergie wiedergeben konnte.” Vierbeiner, die mit Herrchen oder Frauchen Gesine Gumzow aufsuchen, haben meist eine Operation hinter sich. Die Therapeutin hat dann nur ein Ziel: „Ich mache die Fellnasen wieder fit.”
Einer ihrer Patienten ist Leo. Der Border Collie wird regelmäßig von der Hundeexpertin durchgeknetet. Jedoch nicht, weil der sieben Jahre alte Rüde schwer krank ist oder wieder aufgepäppelt werden muss, sondern zum Schutz. „Bei Leo stellte der Tierarzt eine Blockade im Rücken fest, die einmal im Monat gelöst werden muss.” Wird das versäumt, kann der Vierbeiner ungemütlich werden, versichert sein Frauchen. „Zuerst muss ich die Muskulatur erwärmen, dann kann ich mit der eigentlichen Behandlung anfangen”, erklärt Gesine Gumzow ihr Vorgehen. Ihr wichtigstes Werkzeug sind ihre Hände, mit denen sie auch den vor ihr liegenden Leo massiert. Wenn der Rüde genug von den Handgriffen der Expertin hat, steht er auf und geht. Dann robbt Gesine Gumzow hinterher – manchmal durch den ganzen Raum. Es sei normal, dass ein Hund zwischendurch genug habe. Zwar sei es ihr lieber, wenn er sich problemlos hinlege, aber es sei eben ein Tier und kein Mensch. Doch selbst im Stehen kann sie die Therapie problemlos durchführen, sagt die Hundeliebhaberin. Die Diagnosen stellt sie nicht – dafür sind die Tierärzte zuständig, mit denen sie eng zusammenarbeitet.


Nicht jeder ist so pflegeleicht wie Leo

Nicht immer läuft es so einfach wie mit Leo. Wenn Gesine Gumzow merkt, dass es zwischen ihr und dem Tier nicht passt, wird die Zusammenarbeit beendet. Das liege am Besitzer, der Gesine Gumzow nicht genug Vertrauen schenke, sagt sie – und das merke der Hund. Durch Knurren zeige der Vierbeiner, dass ihm die Behandlung nicht gefalle. „Das ist ein eindeutiges Warnsignal.” Gebissen wurde sie noch nicht. „Dafür kenne ich Hunde zu gut. Ich weiß, wann ich aufhören muss, um den Hund nicht zu verärgern,” sagt sie lachend. Es sei bisher aber nur selten vorgekommen, dass sie einen Hund nicht weiterbehandelt habe. Generell erhalte sie für ihre Arbeit große Wertschätzung. „Die meisten finden, dass Hundephysiotherapie eine tolle Sache ist.” Nur vereinzelte „Nicht-Hunde-Menschen” könnten nicht nachvollziehen, wozu das Tier Physiotherapie benötige. Einige würden sie noch immer verwirrt fragen: „Hundephysiotherapie? Das gibt es?” Ihre Antwort: „Ja, natürlich!”
Leo scheint einer von den Hunden zu sein, die gerne wiederkommen. Das liegt vor allem an den positiven Erfahrungen, die er in der Praxis von Gesine Gumzow gemacht hat, vermutet die 28-Jährige. „Nach einer Behandlung kann der Hund noch ein bisschen spielen, um die Therapie in guter Erinnerung zu behalten”, gibt die Hundeexpertin ihre Tricks preis. Wahrscheinlich freut sich Leo aber auch auf die unzähligen Leckerchen, die es während der 30-minütigen Sitzungen gibt, schätzt sie.
Seit April hat Gesine Gumzow ihre Praxis in der Bahnhofsstraße – dort ist mehr Platz als zuvor. Vor allem hat sie nun Raum für ein Unterwasser-Laufband. „Mein absolutes Highlight – darauf habe ich mich schon lange gefreut.” Dieses gebe ihr weitere Behandlungsmöglichkeiten, komme vor allem bei Bandscheibenvorfällen oder Kreuzbandrissen zum Einsatz. In dem etwa 28 Grad warmen Wasser beobachtet die Frau ihre Patienten, wie diese sich im Wasser auf dem Laufband bewegen. „Mit dieser Therapie-Möglichkeit erholt sich ein lädierter Hund fast doppelt so schnell, wie mit der üblichen Behandlung”, freut sich Gesine Gumzow über das Gerät.

12.10.2017 
Quelle: Nordkurier 

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