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05.12.2017

Die Männer haben sich herausgeputzt

Feste soll man feiern wie sie fallen. Mit dem Gründungsjubiläum vor 110 Jahren hat der Penzliner Männerchor nun allen Grund, sich Gäste einzuladen. Dabei wird so manches Lied angestimmt.

Penzlin. Sie gehen fremd — die Sangesbrüder von Penzlin. Nicht im heimischen Punschendörp, sondern im Speicher von Woggersin feiern sie am 8. Dezember ab 19 Uhr das 110. Stiftungsfest ihres Vereins. Und das mit Ehefrauen und geladenen Gästen, ist von Torsten Ohlsson zu erfahren. Der 64-Jährige kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit des Penzliner Männerchores und hat als Woggersiner eine Aktie daran, dass das große Fest im Amt Neverin gefeiert wird. Natürlich gibt der Chor dort auch ein kleines Konzert.
Ohnehin kommen die 44 Mannen um Chorleiter Lars Bünger momentan nicht aus dem Singen heraus, sind die Penzliner mit ihrem vierstimmigen Gesang gerade in der Vorweihnachtszeit doch ziemlich gefragt. Ob mit Heimvorteil in der Penzliner Kirche und im Pflegeheim oder bei Auftritten in Neubrandenburg — überall ist den Männern stürmischer Beifall gewiss.
Den Grundstein ihres Wirkens legte einst der Lehrer und Kantor August Oldach, der am 6. Dezember 1907 zusammen mit 14 Mitstreitern im Penzliner Restaurant „Wallschlößchen” den Gesangsverein zur Pflege des deutschen Volksliedes gründete. Das legendäre Lokal gibt es schon lange nicht mehr in Punschendörp, die Liebe zum deutschen Volkslied wurde jedoch von Generation zu Generation weitergetragen. Insofern bildet der Penzliner Männerchor den ältesten Verein in der Kleinstadt, worauf auch Bürgermeister Sven Flechner recht stolz ist.
Das Durchschnittsalter der Sänger beträgt inzwischen 60 Jahre. Ältester in der Runde ist Ulrich Möller mit 88 Jahren, der den Sangesbrüdern seit über 60 Jahren angehört. Inzwischen konnten vier neue Mitstreiter begrüßt werden, die mittwochs zu den Proben in der Neuen Burg aus Neverin, Neubrandenburg und Woggersin dazustoßen. Dadurch kam auch ein zweites Akkordeon ins Ensemble. Sich zu verjüngen, dafür gibt es viele Bemühungen im Verein. Und der Vorstand geht auch schon mal ungewohnte Wege. So wendet sich Torsten Ohlsson mit einem kleinen Aufruf im Amtsblatt „Havelquelle” direkt an die Frauen von Penzlin, ihren vielleicht interessierten Männern für eine Chorstunde in der Woche frei zu geben.
25 Auftritte gehören zur Bilanz dieses Jahres, auf die Vorstandsvorsitzender Michael Maaß während des Stiftungsfestes verweisen wird. Geschenke zum Jubiläum machte sich der Chor zum Teil selbst, freute sich aber auch über die Hilfe von Sponsoren. Dass neue Kleidung angeschafft werden konnte, dafür bedanken sich die Penzliner Sänger zudem bei der Ehrenamtsstiftung des Landes. Aber auch moderne Mikrofone und neue Lautsprechertechnik machen die Auftritte der Sänger komplett.
Ob sie nochmal auf Tournee gehen in Amerika wie im Jahre 2012, das scheint ungewiss. „Eher werden wir wohl die Niederlande ansteuern. Gibt es doch Kontakte zu einem Shantychor, der uns in Penzlin einen Besuch abstattete“, sagt Torsten Ohlsson und schneidet damit einen weiteren Part des kraftvollen Männergesangs an. Denn längst gehören neben dem Volkslied auch die Seemannssongs zum Repertoire.
Wie in einer Familie geht es mitunter im eingeschworenen Team der Sänger zu. Eine besondere Geste wurde den verstorbenen Vereinsmitgliedern zuteil. So besuchten die Sänger anlässlich des Volkstrauertages Grabstätten auf dem Penzliner Friedhof und versahen diese mit kleinen Schildern, die an die Ehemaligen erinnern.
Mit dem Sängertreffen am 9. Juni 2018 in Penzlin stehen nicht nur für den Männerchor große Aufgaben bevor. Auch Frauen- und Kirchenchor der Stadt, die in diesem Jahr ebenfalls auf Vereinsjubiläen zurückblicken können, werden sich in die Organisation dieses großen Ereignisses einbringen. Längst hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet und von eingeladenen Chören kamen bereits erste Zusagen in Penzlin an. Denn auch Musikfreunde von außerhalb mögen das Flair der kleinen singenden Stadt.
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05.12.2017 
Quelle: Nordkurier 

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