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26.09.2017

Die Natur knüpft ein Band zwischen den Generationen

Äpfel schälen oder mit dem Kartoffelstempel Papier bedrucken — das konnten sie früher alle mal. Heute haben die Senioren diese Dinge mitunter vergessen. Kinder in Penzlin helfen Demenz-kranken auf besondere Weise beim Erinnern.

Penzlin. Ab in den Garten. Schürze umbinden und das Namensschild nicht vergessen. Damit begann für Vorschulkinder der evangelischen Kita „Simon unterm Regenbogen” in Penzlin der Freitagvormittag. Diesmal blieben Hacke und Harke aber im Schuppen. Denn die Mädchen und Jungen agierten vielmehr als Gastgeber. Und so wurden Penzliner Senioren begrüßt, die von der Diakonie-Sozialstation betreut werden, darunter auch zahlreiche Demenzkranke.
Keine Besonderheit in dieser Parzelle hinter den Wohnblöcken in der Neuen Straße. Denn bereits seit 2013 gibt es hier den Demenzgarten in Trägerschaft der Kirchengemeinde Penzlin-Groß Lukow und der Sozialstation. In einem generationsübergreifenden Projekt kommt es des öfteren zu Begegnungen zwischen den Kindern und den älteren Bewohnern der Stadt. Dabei bildet der Aufenthalt im Grünen für alle eine wichtige Erlebnis- und Erfahrungszone.
„Die Kinder haben keine Berührungsängste, beziehen die Demenzkranken in ihr Spiel mit ein und kommunizieren so völlig unkompliziert miteinander. Der Garten weckt bei unseren Patienten Erinnerungen an ihr früheres Leben, schärft wieder alle Sinne”, weiß Gudrun Böttcher, Leiterin der Diakonie-Sozialstation. Schließlich verraten viele Biografien der Älteren, dass sie stets mit der Natur Berührung hatten, ob beruflich in der Landwirtschaft oder zu Hause im eigenen Garten. In der „Woche der Demenz” zum Herbstanfang so ein Treffen erneut auf die Tagesordnung zu setzen, das bot sich an.
Die Vorschulkinder hatten dafür ein kleines Programm einstudiert. Zusammen mit den älteren Damen wurde Kräuterquark angerührt und Kürbissuppe gegessen. Wie aus einem Maiskolben eine lustige Figur entsteht, auch das erfuhren beide Generationen unter fachlicher Anleitung der Erzieherinnen. Reichlich Spaß gab es beim Kartoffeldruck, mit dem die Senioren schon in ihrer Jugendzeit Bekanntschaft gemacht hatten.
Besondere Gäste brachte Pastor Hartmuth Reincke mit in den Demenzgarten: Bob Pruiksma und Ehefrau Jeltsje aus den Niederlanden begeisterten sich für das tolle Projekt, das Alt und Jung zusammenbringt. Beide gehörten zur Delegation der befreundeten Kirchengemeinde aus Joure, zu der es seit 1991 enge Kontakte gibt. Sie statten sich regelmäßig einen Besuch ab, bei dem der gemeinsame Gottesdienst zu einem der Höhepunkte zählt.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

26.09.2017 
Quelle: Nordkurier 

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