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20.09.2016

Die große Sehnsucht nach der grünen Idylle

Sie sind gekommen, um zu bleiben: Eva-Maria Kersten und Wolfgang Fuhrmann sind unabhängig voneinander dem Zauber Alt Rehses erlegen und haben hier eine neue Heimat gefunden. Aber warum ist das Dorf für sie mehr als nur ein schöner Ort zum Schlafen?

Alt Rehse. Die Anziehungskraft dieses Ortes muss groß sein. Wolfgang Fuhrmann konnte vor knapp zehn Jahren nicht (mehr) widerstehen und zog aus Neubrandenburg her. Eva-Maria Kersten verliebte sich vor sechs Jahren bei einem Besuch und fand in Alt Rehse eine neue Heimat. „Ich fühle mich willkommen und angekommen“, sagt die 62-Jährige heute.
Gleiches dürfte für die zahlreichen Rad-Touristen gelten, die seit diesem Jahr eine kleine Rast in ihrem Atelier Café einlegen und bei selbst gebackenem Obstkuchen oder einer Wiener mit Senf die Idylle am Dorfteich genießen können. Dass die Nutzungsänderung für die Räumlichkeiten des ehemaligen Kindergartens, in denen Eva-Maria Kersten auch eine Keramikwerkstatt betreibt und Kurse anbietet, ein Jahr dauerte, hatte auch sein Gutes. „So wurde es in der Zeit eine grüne Oase“, findet die Thüringerin.
Und die grüne Oase ist längst mehr. Hier gedeihen nicht nur Pflanzen und Blumen, sondern auch das soziale Leben der Alt Rehser hat durch das zentral gelegene Atelier Café weiteren Schwung bekommen. „Ich selbst wohne nur einen Katzensprung entfernt und bin abends öfter hier. Es ist ein wichtiger Kommunikationspunkt für die Bewohner“, berichtet Wolfgang Fuhrmann – insgesamt immerhin 280, Tendenz steigend.
Dabei erinnert sich der 64-Jährige auch noch an Zeiten, wo das nicht so war. „Als ich kam, war die Dorfgemeinschaft eher in kleine Grüppchen aufgespalten. Und gerade als Zugezogener bist du zunächst ein Fremdkörper und musst dich erst beweisen.“ Das ist dem Heimat-Chronisten und seinen Mitstreitern vor allem durch die Arbeit im Lindendorf Alt Rehse e.V. gelungen – einem Verein, der sich mit zahlreichen Veranstaltungen von Kino übers Lindenblütenfest bis hin zu Kultur am Ofen in vielfältiger Weise fürs Dorfleben engagiert.“Hier ist unwahrscheinlich viel los, und die Menschen harmonieren immer besser miteinander. Alt Rehse ist eben weit mehr als nur ein schöner Platz zum Schlafen“, sagt Wolfgang Fuhrmann.
Ein Platz mit dunkler Vergangenheit ist Alt Rehse aber auch. Immerhin: der Park mit der ehemaligen „NS-Führerschule der deutschen Ärzteschaft“ hat neue Eigentümer – und denen chwebe, so Wolfgang Fuhrmann, nun „sanfter Tourismus“ vor. Für die Einwohner indes sei die NS-Vergangenheit im Alltag kein Thema. „Da wird man eher von Touristen angesprochen. Viele kommen vor allem aus Frankreich und Holland her, das sieht man an den Nummernschildern. Diese Besucher sind an der Geschichte des Dritten Reiches sehr interessiert. Im Dorf ist man eher skeptisch, weil es schon so viele Pläne mit dem Park gab, aus denen am Ende nichts wurde.“
Für Eva-Maria Kersten, ebenfalls Mitglied im Lindendorf Alt Rehse e. V., zählt indes vor allem ein großes Plus ihrer Wahlheimat: die Natur. „Sie gefällt mir viel besser als im Berliner Umland, wo ich vorher gewohnt habe. Deshalb bin ich hier gelandet. Und will hier auch bleiben“, versichert die ehemalige Biologie-Lehrerin.
Wenn Not am Mann in ihrem Eine-Frau-Betrieb ist, und dank des köstlichen Kuchens alle Plätze belegt sind, kann sie übrigens auf die tatkräftige Mithilfe ihrer Vereinskollegen wie Wolfgang Fuhrmann bauen – etwa beim Geschirr abräumen. Ein klarer Vorteil des Jeder-Kennt-Jeden.

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f.ferber@nordkurier.de

20.09.2016 
Quelle: Nordkurier 

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