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21.03.2013

Diese Männer haben mehrere Eisen im Feuer

Der Beruf des Schmieds gilt als Relikt aus der Vergangenheit. Dass dies nur ein Klischee ist, zeigt die Schmiede von Uwe Böttcher, die voller Leben ist.
Von unserem Redaktionsmitglied
Leonie Mielke

Penzlin.Die Stimme des Meisters ist kaum zu verstehen. So laut hallen die Hammerschläge von Stefan Weber, Auszubildender, durch die Schmiede. Stefan Weber fertigt aus einem langen Stück Eisen ein filigran geformtes Messer. Und dies ganz traditionell: Das Eisen wird im Feuer erwärmt, bis es glüht, danach legt Stefan Weber es mit einer Zange auf den Amboss und hämmert mit millimetergenauer Präzision die Form eines Messers aus dem Eisenstück heraus. „Schmieden ist nicht nur Draufhauen!“, so Uwe Böttcher, der Meister, „der Schmied muss seinen Geist in das Eisenstück reinbringen.“
Uwe Böttcher muss es wissen. Er führt seit 25 Jahren die Metallbau und Kunstschmiede in Penzlin, die er von seinem Vater übernommen hat. Dort werden Kunstschmiedearbeiten, wie Kronleuchter sowie Tierfiguren, und Metallbauten, wie Tore und Gitter, angefertigt. Und gelegentlich stehen auch Restaurationsarbeiten auf dem Programm.
Insgesamt, so Uwe Böttcher, liefen die Geschäfte gut, auch wenn das Schmiedehandwerk für die Gesellschaft nicht mehr so wichtig sei wie früher. Wichtig sei es vor allem, sich im künstlerischen Bereich zu spezialisieren. Denn bei der Produktion von Gittern und Toren säßen ihm die Baumärkte im Nacken, die Billigprodukte anböten. Deshalb konzentriert sich Uwe Böttcher auf das Schmieden von Tierfiguren, wie Kraniche oder Hähnen, mit denen er sich auch seit Langem schon auf internationalen Ausstellungen präsentiert.
Derzeit ist die Schmiede voll bis unters Dach. Denn neben Uwe Böttcher und Stefan Weber haben auch die beiden Praktikanten Jacob de Boor (26 Jahre) und Teo Kehnscherper (15 Jahre) ihre Eisen im Feuer. Und zeigen damit, dass das Handwerk des Schmiedes nicht vom Aussterben bedroht, sondern die Grundlage für viele Berufe ist. So strebt Stefan Weber nach seiner Ausbildung zum Schmied an, eine Weiterbildung zum Hufschmied zu machen. Jacob de Boor studiert eigentlich Maschinenbau und macht sich im Betrieb mit den Grundlagen der Metallgestaltung vertraut. Und nur Praktikant Teo Kehnscherper ist ein Abtrünniger des Schmiedehandwerks: „Schmied ist ein toller Beruf, aber später möchte ich gerne Banker werden.“

Kontakt zur Autorin
l.mielke@nordkurier.de
21.03.2013 
Quelle: Nordkurier 

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