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16.02.2013

Doktor froh über „Blau“ als Urteil

Den Ort, in dem der Troja-Entdecker Heinrich Schliemann seine Kindheit verbrachte, kennen Fachleute auf der ganzen Welt. Die Zahl der Besucher des Museums hingegen ist kleiner geworden.
Ankershagen. Reinhard Witte hat einen Traum. Der Direktor des Heinrich-Schliemann-Museums in Ankershagen holt einen angestaubten Hefter aus dem Regal und blättert. Haarklein ist hier beschrieben und bebildert, was der promovierte Geschichtswissenschaftler die „Konzeption für die Neugestaltung der Dauerausstellung und die Erneuerung des Museums“ nennt. „Ein Traum“, gibt Witte zu. Denn alles in allem würde der Um-, Aus- und Neubau der Einrichtung runde drei Millionen Euro kosten. Geld, welches der Landkreis, der Träger des Museums, für seine Einrichtung angesichts des weit klaffenden Haushaltslochs nicht hat. „Dabei wäre es so schön“, seufzt Witte, „wenn das bis 2015 klappen würde.“ Dann nämlich begeht die Welt den 125. Todestag des berühmten Ausgräbers. Zuspruch hat das kleine Museum abseits der großen Pfade in der Tourismusregion bitter nötig. Zwar ist die wissenschaftliche Einrichtung Archäologen und Geschichtswissenschaftlern auf der ganzen Welt ein Begriff, auf die Zahl der Besucher schlägt sich das aber nicht nieder. Hatten sich die Gästezahlen jahrelang auf rund 15000 eingepegelt, fanden im vergangenen Jahr noch nicht einmal 13000 Interessierte den Weg nach Ankershagen. Zwar beugt Witte vor und argumentiert, dass sich die Qualität eines Museums nicht über die Besucherzahl definiert, indes weiß er nur zu gut, dass bei der Verteilung knapper Gelder für Kultur und Wissenschaft natürlich auch genau auf die Gästezahlen geschaut wird. Darum wird der Museums-Chef auch nicht müde, landauf, landab das Schliemann-Museum als ein „Aushängeschild“ für den Landkreis zu würdigen. Und dafür nennt er gute Argumente. Dennimmerhin schon seit 2001 ist die Einrichtung in Ankershagen fester Bestandteil des „Blaubuches“ der Bundesregierung, in dem herausragende kulturelle Gedächtnisorte gewürdigt und herausgestellt werden. Ganze 22solcher Gedächtnisorte in ganz Ostdeutschland finden darin ihren Platz. Was allerdings der „Eigentümer“ des Hauses, der Landkreis, im Haushalt, der erst im Mai beschlossenen Sache sein soll, für Ankershagen „übrig“ hat, steht noch in den Sternen.

Von unserem Redaktionsmitglied Thomas Beigang

Kontakt zum Autor: beigang@nordkurier.de
16.02.2013 
Quelle: Nordkurier 

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