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08.11.2016

Dorffest Lehsten: Kein hinreichender Tatverdacht

Der Feuerwehrchef ist „zufrieden“ — die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen wegen „Beleidigung und dem Verwenden von verfassungswidrigen Kennzeichen“ eingestellt. Juristisch sind die Anschuldigungen, die nach dem Dorffest in Lehsten erhoben worden waren, vom Tisch. Doch Norbert Rieger mahnt weiter.

Lehsten. Die Vorwürfe wogen schwer, erhoben von Gästen und Betroffenen: In der Nacht vom 6. auf den 7. August soll es nach ihren Worten auf dem Dorffest in Lehsten zu vermeintlichen Hass-Attacken gegen einen jungen Mann mit dunkler Hautfarbe gekommen sein. Der 25-jährige in Deutschland geborene und aufgewachsene Mann, dessen Eltern einst von Sri Lanka nach Deutschland gezogen waren, war gemeinsam mit zwei Freunden auf dem Dorffest gewesen und hatte sich „nach den verbalen Attacken und Schubsern der drohenden Männer auf dem Fest, im Ferienhaus in Sicherheit gebracht“. Aus Angst, dass Schlimmeres passieren könnte. Durch die vermeintlich bedrohten und attackierten Gäste stand der Vorwurf im Raum, dass „es durch die Kleidung eindeutig erkennbar Feuerwehrmänner gewesen sind“. Seinerzeit hatten die drei jungen Männer, die aus Karlsruhe stammen und in Potsdam und Wien studieren und zu Besuch in der Müritzregion waren, auch berichtet, dass „Männer in Feuerwehrkleidung den Hitlergruß präsentiert haben“.
Nachdem zunächst die Polizei ermittelt hatte, war die Angelegenheit am 12. September an die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg übergeben worden — die hat aber in der Zwischenzeit die Ermittlungen eingestellt. „Mangels hinreichendem Tatverdacht“, wie Beatrix Komnig von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg am Montag auf Nordkurier-Nachfrage sagte. „Die Tat hat offensichtlich nicht stattgefunden“, ist dieser Fall auch für Kreisbrandmeister Norbert Rieger abgeschlossen.
Der Feuerwehrchef selbst hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Denn“, und das macht Rieger unmissverständlich klar, „rechtes Gedankengut findet bei uns in der Feuerwehr keinen Platz.“ Und seien die Personalprobleme innerhalb der Feuerwehr noch so groß, „da verzichte ich lieber auf ein Mitglied, das die ehrenamtliche und engagierte Arbeit von Tausenden von Feuerwehrleuten in Misskredit bringt und kaputt macht“. Wer gegen die Grundsätze der Feuerwehr verstoße, müsse gehen, ergänzte Rieger.
„Die Feuerwehr ist unparteiisch, wir helfen jedem — radikale Äußerungen und Handlungen sind absolut tabu. Darauf machen wir unsere Kameraden immer wieder aufmerksam, wir sensibilisieren sie entsprechend“, betonte Rieger. Auch bei der Schulung von Führungskräften würde immer wieder auf die Grundsätze der Feuerwehr hingewiesen. „Wir distanzieren uns mit aller Vehemenz von rechtsradikalem und neonazistischem Gedankengut.“
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08.11.2016 
Quelle: Nordkurier 

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