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30.08.2017

Echte Kerle lassen es kräftig knattern

Simson-Mopeds zeichnen sich durch einfache, anspruchslose Technik aus. Wohl auch deshalb sind die Zweitakter aus DDR-Produktion noch immer so beliebt. Für eine Gruppe junger Männer in Penzlin sind sie mehr als ein Hobby.

Penzlin. Um es gleich voranzustellen: Die Simson Freunde Penzlin fahren keine Maschinen, sondern Mopeds. Das stellt David Schüler gleich klar und möchte sich damit von den Bikern abgrenzen. Ein Mokick zu fahren, das sei schon eine besondere Sache. „Vor etwa drei Jahren haben wir uns in einer kleinen Gruppe zusammengetan. Der Kern besteht aus fünf aktiven Leuten. Ist eine größere Ausfahrt angesagt, können es aber auch schon mal an die 100 Leute werden”, berichtet der 27-Jährige.
Regelmäßig kommt Schüler mit Paul Tiedemann, Markus Rohs und Philipp Scholz zusammen. Und das nicht nur zum Schrauben in der Garage. Sich einfach nach Feierabend auf den Bock zu setzen und durch die Gegend zu sausen, das sei ein unbeschreibliches Gefühl. Alle fahren sie einen S 50 beziehungsweise S 51. Diese Mopedreihe wurde im Zeitraum von 1980 bis 1989 im VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann” Suhl gebaut und gehörte zu den begehrtesten Kleinkrafträdern.
Das Ossi-Zweirad hat an Attraktivität nichts verloren. Das Gegenteil ist der Fall. „Wenn wir durch Penzlin knattern, schauen uns die Leute schon hinterher. Und viele der Älteren freuen sich, ein Gefährt von früher zu sehen. Erinnerungen kommen auf”, sagt der 20-jährige Paul Tiedemann, der auch beim 2-Takt-Geschwader MV mitmischt. An so ein Moped heranzukommen, dafür hat jeder seine eigene Geschichte parat. Teils standen die Zweiräder verstaubt in Garagen herum oder wurden irgendwo günstig eingekauft. Doch längst ist deren Marktwert gestiegen. An die 1500 Euro kann so ein gut erhaltenes Moped heute schon kosten.
„Ersatzteile zu bekommen, das ist kein Problem. Doch die Originalteile waren um etliches besser, sind nicht so schnell verschlissen”, kritisiert Markus Rohs Materialien, die heute zum Einsatz kommen. Als Schmelzer kennt sich der 21-Jährige zumindest mit Metallen bestens aus. „Sind wir unterwegs, dann zumeist auf Landstraßen. Das ist allemal sicherer, da unsere Mopeds ja höchstens eine Geschwindigkeit von 60 Kilometer pro Stunde fahren” fügt er hinzu. Setzt sich eine größere Kolonne in Bewegung, hat der Letzte das Nachsehen. Ziehen an ihm doch die blauen Abgasschwaden der Vorausfahrenden vorbei, die nun mal so einen Zweitakter mit seinem Öl-Benzin-Gemisch aus DDR-Produktion auszeichnen. Und mit ihren 3,7 PS tun sie sich öfter mal an Steigungen etwas schwer.
Jährlich steuern die Simsonfreunde das Trabitreffen in Anklam an, fahren aber auch schon mal Strecken in Richtung Neustrelitz, Waren oder Malchow. Wer nur an die sieben Liter Sprit in den Tank bekommt, der muss die Zapfstellen an der Strecke schon kennen. Doch auch das gehört zum Hobby der Mopedfahrer.
„Manchmal schiebe ich mein Fahrzeug auch. Und zwar dann, wenn mein kleiner Sohn Luca damit durch den Garten bugsiert werden will. Ihn hat auch schon das Mopedfieber gepackt”, freut sich David Schüler, der Vorstandsmitglied im Punschendörper Gartenverein ist. Sich ehrenamtlich für die Stadt Penzlin einzubringen, dafür hat er auch schon für die Simson-Freunde eine Idee entwickelt. So denken diese darüber nach, eventuell bei der Pflege des Wanderweges am Stadtsee in Richtung Englischer Garten einmal mit zuzupacken. Das Angebot steht.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@nordkurier.de

30.08.2017 
Quelle: Nordkurier 

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