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18.07.2015

Ehemaliger Rosenkönig per Haftbefehl gesucht

Der Garten von Marihn war einmal ein schillerndes Projekt. Doch dann gingen im Umfeld mehrere Firmen in die Insolvenz. Die Gläubiger haben bislang kaum einen Cent gesehen. Der Begründer und Geschäftsführer des Gartenprojekts hat sich rar gemacht hat.

Waren. Knapp anderthalb Jahre nach den Pleiten mehrerer Firmen im Umfeld des Gartens von Marihn und der dazugehörigen Akademie warten zahlreiche Gläubiger immer noch auf ihr Geld. Die Forderungen von ehemaligen Auftragnehmern und Behörden liegen laut Insolvenzverwalter im sechsstelligen Bereich.
Das Verfahren sei sehr komplex, teilte die mit der Abwicklung beauftragte Kanzlei BBL Bernsau & Brockdorf dem Nordkurier mit. „Es gab ein kompliziertes Firmennetzwerk mit häufigen Eigentümerwechseln. Die Rolle einiger Unternehmen ist uns noch nicht ganz klar“, erläuterte ein Sprecher des Zwangsverwalters. Es bestehe nach wie vor erheblicher Klärungsbedarf vor allem über zahlreiche Immobiliengeschäfte.
Wichtige Informationen und Dokumente erhofft sich die Kanzlei vor allem vom Gründer des Gartenprojektes, Horst Forytta, der auch als Gesellschafter der Immobilienverwaltungsgesellschaft BIG fungierte, gegen die sich laut Kanzlei die meisten Forderungen richten. Doch der ehemalige Rosenkönig hat aus Sicht der Zwangsverwalter „bislang nicht viel zur Tatsachenaufklärung beigetragen“. Forytta habe angeforderte Unterlagen nicht eingereicht. „Es gab auf unsere Schreiben keine Reaktion. Es herrscht seit mehr als einem Jahr Funkstille“, teilte der Zwangsverwalter mit. Auch Details zum Vermögen des Geschäftsmannes, der im September 2013 private Insolvenz anmeldete, seien noch ungeklärt.
Ähnliche Erfahrungen mit dem Gründer des Gartens in Marihn hat auch das zuständige Insolvenzgericht in Neubrandenburg gemacht. „Er ist seinen Mitwirkungspflichten nicht hinreichend nachgekommen“, teilte eine Sprecherin mit. Forytta habe im Zuge seiner Privatinsolvenz erteilte Auskünfte durch Unterlagen nicht belegen können. Der daraufhin erfolgten Aufforderung zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung sei er nicht nachgekommen. Das Gericht hat deshalb laut Sprecherin Anfang Juli einen Haftbefehl gegen den Mann erlassen.
Für den Nordkurier war Horst Forytta für eine Stellungnahme zu den geäußerten Vorwürfen nicht erreichbar. Die der Redaktion bekannte private Telefonnummer ist ebenso deaktiviert wie die derzeitige Telefonnummer einer Gesellschaft, deren Geschäftsführer Forytta war.
Der Geschäftsmann Forytta hatte den ehemalige Marihner Gutsgarten wiederbelebt und den Bekanntheitsgrad der Anlage weit über die Region hinaus gesteigert. Zeitweise blühten in dem Garten bis zu 10 000 englische Rosen, der 2009 auch Außenstandort der Schweriner Bundesgartenschau war. Der Park und das dazugehörige Schloss wurden saniert. Im Oktober 2013 kam aber das Aus für die gemeinnützige Gartenakademie, weitere Firmen im Umfeld gingen danach in Insolvenz.
Zu den Gläubigern im laufenden Insolvenzverfahren gehören unter anderem Garten- und Handwerksbetriebe, die Aufträge für die Neugestaltung der Parkanlage übernommen hatten. Auch das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern fordert rund 600 000 Euro an Fördergeldern zurück. Die Stadt Penzlin hat nach Auskunft eines Sprechers Forderungen in vierstelliger Höhe geltend gemacht.
Bei den betroffenen Handwerksbetrieben hält sich der Optimismus in Grenzen, dass ausstehende Rechnungen überhaupt noch beglichen werden. Gegenüber dem Nordkurier äußerte sich ein betroffener Unternehmer: „Da ist wohl nix mehr zu holen.“ Gewissheit darüber wird es aber wohl erst geben, wenn der Insolvenzverwalter die geforderten Informationen erhalten hat.

Kontakt zum Autor
u.roll@nordkurier.de

18.07.2015 
Quelle: Nordkurier 

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