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14.06.2017

Ehlert: Penzlin-Verkauf sichert die Awo Müritz

Es knirscht zwischen Awo-Vorstand und Noch-Geschäftsführerin Simone Ehlert. Der mögliche Verkauf des Awo-Pflegeheims Penzlin ist ein Konfliktpunkt in der seit Monaten schwelenden Auseinandersetzung.

Waren. Jetzt ist es offiziell und schriftlich ausformuliert, was am 31. Mai mündlich mitgeteilt worden war: die Kündigung des Geschäftsführervertrages von Awo-Geschäftsführerin Simone Ehlert durch den Awo-Kreisvorstand. Spätestens am 31. Dezember 2017 soll die seit 22 Jahren für die Awo tätige Ehlert ihren Chefsessel räumen. Das Vertrauensverhältnis zwischen Teilen des Vorstandes und der 49-jährigen Geschäftsführerin sei erschüttert, heißt es aus Vorstandskreisen. Ein „Scheidepunkt“ ist zweifellos die Zukunft des Awo-Pflegeheims in Penzlin. Während Ehlert seit Monaten auf den Verkauf der Einrichtung (inklusive anschließender Rückmietung durch die Awo) beharrt, um die „leeren Kassen“ mit frischem Kapital aufzufüllen, bremst der Vorstand ebenso energisch die Veräußerung der Immobilie.
„Wir haben einfach keine Entscheidungsgrundlage für einen Verkauf“, wurde am Rande der Vorstandssitzung am Montagabend kolportiert. Die Zahlen, die die Geschäftsführung präsentiert habe, reichten nicht aus, um sich abschließend zu äußern. Deshalb würden ab kommenden Montag zwei Beraterinnen aus dem Awo-Bezirksverband Westliches Westfalen die Awo Müritz durchleuchten – in der Hoffnung, so der Vorstand, dass anschließend die Zahlen anschaulicher auf dem Verhandlungstisch liegen würden. Mit anderen Worten: Nach sechs Monaten Arbeit hat der Vorstand offenbar für sich abschließend festgestellt, dass ihm die Geschäftsführung nicht ausreichend zuarbeitet. Am Berater-Deal soll nach Informationen des Nordkurier der Awo-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich beteiligt gewesen sein.
Die im Raum stehenden Vorwürfe kann und will Geschäftsführerin Simone Ehlert nach eigenen Worten nicht unkommentiert lassen: „Ich habe von Anfang an den Vorstand über die finanzielle Schieflage und die schwerwiegenden Altlasten informiert. Ich bin für die Sicherung des Unternehmens verantwortlich – ein Verkauf Penzlins hat deshalb oberste Priorität.“ Die schwierige finanzielle Lage sei ihr, so Ehlert weiter, auch von Banken und Unternehmensberatern bestätigt worden. In dem Zusammenhang wird im Umfeld der Awo-Geschäftsstelle am Warener Mühlenberg seit Wochen die Frage aufgeworfen, ob der komplette Vorstand über das notwendige Wissen verfüge, um Bilanzen und Zahlen überhaupt richtig einordnen zu können.
Vor diesem Hintergrund möchte der Vorstand das Anforderungsprofil für eine neue Geschäftsführung entsprechend hochschrauben. In Waren kursierende Gerüchte, wonach Oliver Hohn, aktueller Stellvertreter der Awo-Vorsitzenden Dagmar Kaselitz, den Posten des Geschäftsführers übernehmen würde, wurden aus Vorstandskreisen dementiert. „Kein Vorstandsmitglied wird neuer Geschäftsführer“, so der Tenor. Die Stelle solle jetzt kurzfristig ausgeschrieben werden.
Pikanterie am Rande: Wenn eine neue Geschäftsführung gefunden worden ist, muss dies nicht zwangsläufig das Ende von Simone Ehlert bei der Awo bedeuten. Ehlert hat sich in ihrem Anstellungsvertrag als Geschäftsführerin den Passus eintragen lassen, dass sie gegebenenfalls wieder auf ihren früheren Posten als leitende Finanzchefin zurückgehen könnte. Ob dies allerdings praktisch umsetzbar ist und Simone Ehlert darauf wirklich drängt, dürfte in Anbetracht der mehr oder weniger gestörten Chemie in der Awo-Führungsspitze eher zweifelhaft sein.
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a.becker@nordkurier.de

14.06.2017 
Quelle: Nordkurier 

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