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23.01.2014

Eigentümer des Parks Alt Rehse: Zwangsversteigerung abgewendet

Der Streit um den Park im ehemaligen nationalsozialistischen Musterdorf Alt Rehse am Tollensesee geht in eine neue Runde.

Wie der Eigentümer des 65 Hektar großen Parks, der Immobilienmakler Gerd Preissing, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa sagte, sei die für den 27. Januar drohende Zwangsversteigerung jetzt abgewendet. „Ich habe alle Verbindlichkeiten beglichen, das wurde notariell beglaubigt“, erklärte Preissing. Ein Sprecher des Warener Amtsgerichtes sagte, die Bank habe den Termin noch nicht abgesagt. Das könne aber noch passieren, wenn das Geld bei der Bank eingetroffen sei. Diese hatte die Versteigerung wegen offener Forderungen veranlasst. Kurzfristige Absagen seien nicht unüblich.

Preissing versucht bereits seit Jahren, die Bewohner eines alternativen Wohnprojektes aus dem Park zu drängen. Diese hätten einen Kaufvertrag mit Preissing seit Jahren nicht erfüllt. Beim Landgericht Neubrandenburg liege auch eine Räumungsklage vor, sagte Preissing. Das alternative Wohnprojekt - der Tollense-Lebenspark - ist auch in der Region umstritten, zudem gab es Streit um Geld unter den Mitgliedern.

Der landschaftlich idyllisch am Tollensesee gelegene Park soll Gutachten zufolge mehr als zwei Millionen Euro wert sein. Das denkmalgeschützte Dorf Alt Rehse war in den 1930er-Jahren komplett neu mit reetgedeckten Backstein-Fachwerkhäusern erbaut worden. Der Park mit 20 Häusern diente in der NS-Zeit als „Führerschule der deutschen Ärzteschaft“, Tausende Mediziner waren unter anderem in Rassenkunde und Euthanasie geschult worden. Deshalb fordern Historiker immer wieder einen sensiblen Umgang mit dem Gelände.

23.01.2014 
Quelle: Nordkurier 

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