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26.02.2013

Eigentümer will Lebenspark Alt Rehse räumen lassen

Das ehemalige NS-Musterdorf Alt Rehse sorgt wieder für Schlagzeilen. Weil der alternative „Tollense-Lebenspark“ als Betreiber kein Geld zahlte, will der Eigentümer das geschichtsträchtige Gelände nun neu vergeben. Notfalls soll der „Lebenspark“ sogar geräumt werden.
Neubrandenburg/Alt Rehse (csc)
Männer im dunklen Anzug und Kostümierte stehen Montag vor dem Tor des Lebensparkes in Alt Rehse. Sie möchten „ihr Gelände“ in Augenschein nehmen. Die Rethra GbR aus Neubrandenburg will das Gelände kaufen und daraus ein touristisches Ausflugsziel mit Märchen-Flair machen.

Ein paar hundert Meter weiter sitzt Bernhard Wallner in seinem Büro. „Ich könnte die jetzt rauswerfen lassen“, sagt er. Aber er sei nicht darauf aus, den Konflikt zu verschärfen. Wallner gehört zu den bisherigen Betreibern des Parkes. Die Tollense GmbH & Co.KG sollte den Park komplett übernehmen. Doch seit 2011 haben Wallner und seine Mitstreiter nicht mehr an Gerd Preissing, den Eigentümer, gezahlt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung. Preissing hat inzwischen einen neuen Käufer gesucht - und gefunden.

Die Bewohner des Parks wollen nicht freiwillig gehen

Montag Vormittag hatte er mit der Rethra GbR eine Pressekonferenz gegeben. Er sei als Verkäufer von dem Vertrag mit der Tollense GmbH & Co.KG zurückgetreten und wolle nun an die Rethra GbR verkaufen. Die Unternehmensgruppe betreibt in Neubrandenburg eine Schule für Kampfkunst, organisiert Show-Events und bietet Seminare im Bereich Gesundheitsmanagement. Nur einige der wirtschaftlichen Standbeine. Für den Lebenspark hat die Gesellschaft große und langfristige Pläne. Ein Ausflugsziel mit Spielplätzen, Gastronomie und Ferienwohnungen. „Das Potenzial des Geländes ist riesig“, betonen alle Beteiligten. Es gebe einen Vorvertrag, erste Gelder an Preissing seien geflossen.

„Wenn die jetzigen Nutzer weg sind, kann es sofort losgehen“, sagt der. Er wolle das Gelände notfalls räumen lassen. Die Bewohner des Parks wollen jedenfalls nicht freiwillig gehen. „Wir haben haben hier viel investiert. Preissing muss uns das Geld zurückzahlen“, sagt er. Der verweist auf Schulden der Betreiber, für die er haften müsse. „Ob und wie viel Geld zurückfließt, können die Gerichte in den nächsten zehn Jahren klären“, sagt er.

So einfach wollen sich die Betreiber nicht zufrieden geben. Die Mieter, die auf dem Gelände wohnen, hätten weiterhin gültige Verträge. Den geplanten Verkauf sieht er als Drohkulisse mit dem Preissing seinen Gewinn maximieren will. „Mit genügend Geld wäre das Theater schnell vom Tisch“, sagt er.

Kommentar: Anwälte sind die Gewinner

Es war absehbar: Über den Lebenspark in Alt Rehse entscheiden jetzt die Juristen. Wer Ansprüche auf den Park selbst, auf Gebäude und Wohnrecht hat, das werden die Beteiligten kaum noch selbst verhandeln können. Dafür kochen die Emotionen bereits zu hoch.

Schade, denn das Projekt des selbstbestimmten Lebens auf dem Gelände hatte Charme, auch wenn die Betreiber sich verkalkuliert haben. Ob die möglichen neuen Besitzer ihren großen Plänen auch Taten folgen lassen, muss sich jetzt zeigen. Denn da haben sie sich viel vorgenommen.

Carsten Schönebeck
26.02.2013 
Quelle: Nordkurier 

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