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Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
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28.05.2013

Ein Gruß aus Bad Penzlin

Die Bahn und ein gewitzter Bürgermeister machten Penzlin schon vor mehr als hundert Jahren zum beliebten Urlaubsziel.
Wolfgang Fuhrmann vom Arbeitskreis Stadtgeschichte hat sich mit der Historie des Tourismus befasst.
Penzlin. Mit der Eröffnung der Mecklenburgischen Südbahn, einer vollspurigen Nebenbahn, im Januar 1885, erhielt Penzlin seinen Eisenbahnanschluss an die große weite Welt. Wenngleich es die Penzliner erst mal nur nach Waren oder Neubrandenburg zog, sollte ihnen diese Bahn auf eine ganz neue Art von Nutzen sein. Der Tourismus kam nach Punschendörp. Einer der Ersten, der diese Chance erkannte, war zweifellos Penzlins Bürgermeister Rudolf Beyer (Amtszeit 1889 bis 1919).
Unter seiner Leitung entstand die Promenade am Westufer des Großen Stadtsees. Es war keine leichte Aufgabe, die sich Beyer da gestellt hatte. Harte und zähe Verhandlungen mit einzelnen einflussreichen Bürgern aber auch den Ratsmitgliedern beim Kauf der am See liegenden Gärten zogen sich über Jahre hin. Beyer jedoch setzte sich letztendlich durch.
Ausgangspunkt der Promenade war der große schattige Garten des Hotels „Seehof“. Von hier aus führte der Uferweg in die städtischen Seeanlagen. Die ausgedehnten Anlagen bestanden aus Fichten, Buchen und Eichen und hatten einen parkähnlichen Charakter. Gepflegte breite Wege und lauschige Gänge zogen sich am westlichen Ufer des Sees dahin und es entstand der Spiel- und Sportplatz Damswerder. Eine Birkenallee führte vom „Seehof“ bis zum Stau am Mühlenbach. Oberhalb des Uferweges erinnert ein 1928 aufgestellter Gedenkstein an die Verdienste von Rudolf Beyer.
Aus dem imposanten Fachwerkbau „Seehof“ entwickelte sich unter der Leitung der Familien Gülther und Wöllert das „Kurhotel Seehof“. Neben den geschmackvoll eingerichteten und mit fließend Wasser ausgestatteten Zimmern hatte das Hotel einen Grottensaal, direkt am See eine Badeanstalt und eine kleine Flotte von Ruderbooten. Hotelbesitzer Paul Gülther konnte es sich sogar leisten, 1903 eine Ansichtskarte herstellen zu lassen, auf der sein „Kurhotel Seehof“ abgebildet war und mit der Überschrift „Gruss aus Bad Penzlin“ geworben wurde. Wenngleich das natürlich übertrieben war, gab ihm diese Werbung in jener Zeit Recht – die Zahl der Übernachtungen stieg stetig. Neben dem „Seehof“ gab es noch am Bahnhofsvorplatz das Hotel „Kaiserhof“, in der Warener Straße das Hotel „Goldene Krone“ und „Maerkers Hotel“ in der Großen Straße. Für das leibliche Wohl sorgten auch etliche Gaststätten wie zum Beispiel das „Wallschlösschen“ und die „Gaststätte zur Linde“.
An der Ostseite des Penzliner Sees, etwa ein halbstündiger Fußweg, lag die Waldgaststätte „Englischer Garten“. Tanzsaal und Freiluftterrasse boten den Gästen Erholung und Entspannung, und die Reste einer Slawenburg luden besonders die romantischen Städter ein. Das „Punschendörper Schnellboot“, eine kleine Plattform befestigt auf zwei Kähnen, beförderte die Ausflugsgäste zum Englischen Garten oder lud zu einer kleinen Rundfahrt auf dem See ein.

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28.05.2013 
Quelle: Nordkurier 

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