Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
17.08.2016

Ein „Ja“ mit ritterlichem Segen

Heiraten in einer alten Burg gleich neben einer Ritterrüstung – das ist in Penzlin möglich. Ja-Sager aus allen Himmelsrichtungen des Landes lockt es hierher. Neuerdings auch für eine Lebenspartnerschaft.

Penzlin. Es war das erste Mal. Insofern war die Aufregung schon verständlich. „Ich hatte am Sonnabend neben den zwei Eheschließungen im Rittersaal von Penzlin auch die Begründung einer Lebenspartnerschaft. Die beiden Männer kamen aus Berlin mitsamt einer Schar von Gästen“, erzählt Anja Hänisch, die Standesbeamtin in Penzlin ist. Seit 2010 hat sie dieses Amt inne und wird immer wieder darin bestätigt, dass Hochzeitspaare sich für ihren großen Tag ganz bewusst die Alte Burg in Penzlin aussuchen.
Gab es hier 2015 insgesamt 37 Eheschließungen, so ist die Standesbeamtin in diesem Jahr schon bei Nummer 40 angelangt. Weitere Anmeldungen liegen bis September vor. „Insofern könnte es schon bald sein, dass ich persönlich das 300. Ja-Wort von Verliebten zu hören bekomme“, schaut sie erwartungsvoll einige Wochen voraus. Nach der Premiere am Sonnabend werde sie dann geübter darin sein, zwei gleichgeschlechtlichen Menschen den rechtlichen Rahmen fürs Zusammenleben zu geben. Zwei Frauen wollen als nächste in Punschendörp ihre Lebenspartnerschaft besiegeln.
„Es ist das Mittelalter, das zu Trauungen in den Rittersaal lockt. Manche Paare thematisieren damit sogar Kleidung und Musik für ihren großen Auftritt. Andere mögen das schlichte, rustikale Ambiente in diesem geschichtsträchtigen Haus, das so viel Besonderes zu bieten hat“, weiß die Standesbeamtin aus Gesprächen mit Paaren, die Grundlage für eine möglichst individuelle Rede für die Trauung sind.
Auch wenn es sich dabei um einen reinen Verwaltungsakt handelt, werde in Penzlin nicht im Zehn-Minuten-Takt getraut. Mitunter sei es auch der Name der Stadt, der in die Burg lockt. Und zwar dann, wenn auch der Familienname „Penzlin“ lautet. „Das hat es schon zweimal gegeben“, fügt die 41-Jährige hinzu.
Während Freitag und Sonnabend als Hochzeitstermine sehr begehrt sind, trauen sich manche auch in der Woche. Dabei handelt es sich nach Aussage von Anja Hänisch oft um ganz kleine Gesellschaften, die mitunter nur aus dem Paar und der Standesbeamtin bestehen. Urlauber nutzen die Gelegenheit in der Woche und auch Leute, die in der Liebe den zweiten Anlauf starten.
Tränen verdrückt? Nein das habe sie bisher noch nicht. Schlucken musste die Standesbeamtin aber schon, als ihre Nichte vor ihr stand. Emotional werde es auch immer bei Kollegen. Doch da sei eben Professionalität gefragt wie es in der Ausbildung zum Standesbeamten gelehrt wurde.
Geschlossen bleiben die Türen für Trauungen im Rittersaal während des Burgfestes an diesem Wochenende und auch zuvor schon, am 30. April, wenn die Burg im Zeichen der Walpurgisnacht steht. „Ohnehin muss immer bedacht werden, dass dort der Museumsbetrieb läuft. Ein großes Lob gebührt den Mitarbeitern, die mich bei den standesamtlichen Trauungen immer tatkräftig unterstützen“, freut sich Anja Hänisch über eine Teamarbeit, die über Jahre gewachsen ist. Dazu zähle aber auch das Engagement der Gastronomen im benachbarten Burgrestaurant „Hexenkeller“, die sich ebenfalls auf Hochzeitsgäste einstellen.
„Schon in diesem Jahr wollten wir mit einer Neuerung aufwarten. Leider machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung. So werden die Hochzeiten unter freiem Himmel auf dem Burghof in das Programm für nächstes Jahr aufgenommen“, hofft die Standesbeamtin.
Kontakt zur Autorin
m.jacobs@ nordkurier.de

17.08.2016 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de