Hilfsnavigation

Blick auf Penzlin vom Mühlenberg Spiegelung
Logo natürlich Mecklenburgische Seenplatte
21.02.2017

Ein Landmann durch und durch

Zu den Alteingesessenen in Rockow zählt Heinz Hingst, der von der Pike auf Landwirt ist. Er fühlt sich wohl in seinem Dorf, ist hilfsbereit – und gerührt von der Anerkennung der jüngeren Generation.

Rockow. Heinz Hingst schüttelt den Kopf. Der Älteste ist er nicht im Dorf. Bernhard Wicke sei schon 94 Jahre und Helmut Vaske zählt 82 Lenze. Danach komme er mit seinen 81 Jahren. Doch viel erzählen könne er über Rockow. Denn schließlich kam er 1949 mit der Familie von Pommern über Dänemark und Waren hier her.
„Meine Mutter heiratete einen Bauern, der mir ein guter Stiefvater war. Bei ihm habe ich alles über die Landwirtschaft gelernt und demzufolge auch meinen Beruf gewählt”, erzählt Heinz Hingst, der seit vier Jahren Witwer ist. Die beiden Töchter leben mit ihren Familien in Penzlin und Lehsten, sodass er nicht ganz allein ist. „Die Landwirtschaft hat mich nie richtig los gelassen. Und wenn ich könnte, würde ich da heute noch mitmischen”, sagt er und schwärmt von der neuen Technik.
Wie im Wohnzimmer — warm und trocken, mit Radio und Computer — säßen heute die Traktoristen in ihrer Kabine. Leider habe diese Technik auch mit dazu geführt, dass immer weniger Leute Arbeit in der Landwirtschaft haben. Und dass die älteren Frauen, die zu DDR-Zeiten für wenig Lohn im Feldbau arbeiteten, heute kaum von ihrer Rente leben können, das empfinde er schon als starkes Stück.
Heinz Hingst ist interessiert an seinem Dorf und sieht dessen Zukunft in sicherem Fahrwasser. „Hier wohnen inzwischen viele junge Familien. Und wir haben wohl an die 30 Kinder im Ort”, freut sich der Senior. Der Zuzug hat zur Folge, dass fast alle alten Häuser wieder hergerichtet sowie Eigenheime gebaut wurden. Und vor allem Auswärtige zieht es nach Rockow. Denn mit den Seen und dem Müritz-Nationalpark vor der Tür lässt es sich hier ganz gut leben.
So habe erst im vergangenen Jahr ein Malermeister aus Berlin das historische Gutshaus übernommen, das einst von Familie Günther saniert wurde. Die jungen Familien waren es auch, die dem 81-Jährigen eine ganz besondere Überraschung bereiteten. „Nach Jahrzehnten wurde im Sommer vergangenen Jahres wieder ein Dorffest gefeiert. Das war schon toll, was die Eltern da so alles für ihre Kinder auf die Beine stellten. Und schließlich bestimmten sie mich in feierlicher Runde zu ihrem Ehrenbürgermeister”, erinnert sich Heinz Hingst ganz gerührt.
Ehre zuteil wird dem rührigen Rentner aber auch im Sportverein Möllenhagen/Bocksee. Denn fußballverrückt wie er ist, lässt sich der Rockower kein Punktspiel entgehen. Als Ehrenmitglied geht er am Wochenende zumeist mit auf Tour zum jeweiligen Fußballplatz. SV Möllenhagen/Bocksee spielt in der Kreisliga und hat gegenwärtig von 14 Mannschaften den 10. Platz inne. „Ich zieh vor den Jungs den Hut. Mitunter können sie aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen nicht am Training teilnehmen. Zum Spiel stehen sie aber auf dem Platz!”, anerkennt er den sportlichen Teamgeist.
Um selbst nicht einzurosten, hat sich Heinz Hingst ein E-Bike zugelegt, schafft es damit sogar bis zum Grab seiner Frau auf den Penzliner Friedhof. Nun denkt er über ein seniorenfreundliches motorgetriebenes Dreirad nach. Dass ihm die Zeit nicht lang wird, dafür sorgen Hündin Kira, Hühner und Kaninchen, die regelmäßig gefüttert werden müssen. Die Taubenzucht habe er inzwischen aufgegeben, findet für sich aber immer wieder „Höhenflüge” in seinem Leben.

21.02.2017 
Quelle: Nordkurier 

Kontakt

Stadt Penzlin
Der Bürgermeister
Warener Chaussee 55a
17217 Penzlin

Telefon +49 3962 2551-0
Fax +49 3962 2551-52
f.colberg@penzlin.de