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23.09.2016

Ein Leben zwischen Ruhm und NS-Verstrickung

Keine leichtes Erbe sind die Lehstener angetreten, die eine Straße nach dem Schriftsteller Friedrich Griese benannt haben. Einst war er sehr bekannt, heute ist er in Vergessenheit geraten.

Lehsten. Friedrich Griese wurde am 2. Oktober 1890 in Lehsten geboren und zählte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeitweise zu den bedeutendsten Autoren Mecklenburger Heimatliteratur. Einigen gilt er als unwiederbringlicher traditionsgebundener Erzähler, andere halten ihn wegen der Zuordnung seines Werkes zur Blut- und-Boden-Literatur in der NS-Zeit – zumindest für einen Mitläufer der Nationalsozialisten. Nicht einfach, heute mit seinem Werk umzugehen, weiß Marlies Voppmann aus Ankershagen. Sie und ihr Mann waren Mitglied im Friedrich-Griese-Kreis, der sich um die Aufarbeitung des Werkes des Schriftstellers bemühte. Inzwischen, so Marlies Voppmann, ist der Kreis „eingeschlafen“, es kamen zuletzt nur noch wenige Interessierte, es habe zudem die finanzielle Unterstützung gefehlt, sagt sie.
Die Werke, die Friedrich Griese vor der NS-Zeit veröffentlicht hatte, seien sein Hauptwerk gewesen, eines, das man noch heute lesen könne und das „so herrlich in unsere Landschaft passt“, so Marlies Voppmannn. Die Nationalsozialisten hätten Grieses Werk dann für sich vereinnahmt. Das sei, so sieht es die Ankershagenerin, auf Grieses Gegenliebe gestoßen, er wurde geehrt, er sei berühmt geworden. „Er war aber kein Verbrecher, dennoch gehört seine Verstrickung im NS-Regime untrennbar zu seinem Lebenslauf“, macht Marlies Voppmann deutlich.
Friedrich Giese und sein Werk ist heute in Vergessenheit geraten. Dennoch wurde in Lehsten eine Straße nach ihm benannt, es gibt auch nahe des Dorfes einen Friedrich-Griese-Gedenkstein. Griese wurde als Sohn eines Bauern und späteren Tagelöhners in Lehsten geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in Neukloster und Lübtheen, nachdem er erst beim dritten Mal die Aufnahmeprüfung bestanden hatte. Ab 1913 arbeitete Friedrich Griese als Volksschullehrer in Stralendorf bei Parchim. Im Ersten Weltkrieg meldete sich als Freiwilliger. 1916 wurde er aus dem Dienst entlassen, nachdem er durch eine Verwundung fast taub geworden war. Griese arbeitete dann wieder als Lehrer in Stralendorf, später als Schriftsteller. Später übersiedelte er in den „Westen“, wo er 1975 in Lübeck starb. Sein erster großer Romanerfolg war „Winter“ (1927).

Kontakt zur Autorin
p.konermann@nordkurier.de

23.09.2016 
Quelle: Nordkurier 

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